Die Fortschritte im Bereich der Biomedizin versprechen erhebliche Nutzen für den einzelnen Menschen, die Gesellschaft als Ganzes und die künftigen Generationen. Das Streben nach solchen Nutzen ist jedoch oft mit grossen ethischen und sozialen Herausforderungen verbunden. Diese Herausforderungen können im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Unsicherheiten und Wertespannungen stehen, vor deren Hintergrund Entscheidungen mit möglicherweise weitreichenden Auswirkungen getroffen werden. Viele biomedizinische Entwicklungen bergen Potenzial für tiefgreifende Veränderungen im sozialen und wirtschaftlichen Umfeld. Sie können zu einer Infragestellung und möglichen Neugestaltung der geltenden Alltagsnormen führen. Deshalb sind die Entwicklungsrichtungen in der Biomedizin und die Art und Weise, wie die möglichen Risiken und Nutzen verteilt werden, von grossem öffentlichen Interesse.

Der Ausschuss für Bioethik des Europarates (DH-BIO) hat vorliegenden Leitfaden erarbeitet, um die Mitgliedstaaten bei der Förderung der öffentlichen Diskussion in diesem Bereich zu unterstützen. Er soll denjenigen als Orientierungshilfe dienen, die die öffentliche Diskussion In diesem Dokument und in Artikel 28 des Übereinkommens von Oviedo beschreibt der Überbegriff «öffentliche Diskussion» den diskursiven Austausch im öffentlichen Raum (ausserhalb des berufsbezogenen Kontextes), der es Einzelpersonen und Gruppen ermöglicht, unterschiedliche Interessen in Bereichen, die uns (potenziell) alle betreffen, auszumachen, zu erörtern und miteinander in Einklang zu bringen anregen oder unterstützen, und diejenigen leiten, die auf eine solche Diskussion mittels politischer Massnahmen reagieren. Dazu gehören die politischen Entscheidungsträger in den Mitgliedstaaten, die Vertreter des Staates und die Behörden, die nationalen Ethikkomitees, die Erziehungseinrichtungen und Hochschulen sowie andere in diesem Zusammenhang relevante Organisationen.


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