Zurück „Liebe Demokratie, unsere Jugend gehört dir“

Es lohnt sich, für die Demokratie zu kämpfen, sagen junge Menschen am Internationalen Tag der Jugend
Junge Menschen nehmen an einem Workshop im Europäischen Jugendzentrum in Straßburg teil

Junge Menschen nehmen an einem Workshop im Europäischen Jugendzentrum in Straßburg teil

„Uns jungen Menschen wird oft gesagt, dass wir die Zukunft sind. Doch vielen von uns fällt es schwer, Vertrauen in diese Zukunft zu haben.“ So lauten die ersten Zeilen des Manifests „Jugendvisionen für eine europäische Demokratie im Jahr 2049“, welches von 120 Teilnehmenden einer Jugendveranstaltung des Neuen Demokratischen Pakts für Europa erarbeitet wurde, die der Europarat im Juni 2026 in Straßburg abhielt. Dieses Manifest präsentiert eine gemeinsame Jugendvision für die Demokratie des Kontinents im Jahr 2049, wenn der Europarat sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Da bis zum hundertjährigen Jubiläum noch fast ein Vierteljahrhundert verbleibt, wollen wir einen Blick darauf werfen, wie sich der Europarat seit seiner Gründung im Jahr 1949 für junge Menschen engagiert hat.

Arbeit mit jungen Menschen: Meilensteine

Ausgangspunkt für das Engagement des Europarates zugunsten junger Menschen und von Jugendorganisationen zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit und zur Unterstützung außerschulischer Erfahrungen war das Europäische Kulturabkommen von 1954.

In den 1960er-Jahren wurde in der Nähe von Straßburg ein experimentelles Europäisches Jugendzentrum ins Leben gerufen. Dies führte zur Schaffung einzigartiger Einrichtungen für junge Menschen auf internationaler Ebene: des Europäischen Jugendwerks (1972) sowie der ständigen Europäischen Jugendzentren in Straßburg (1972) und Budapest (1995).

Es folgten zahlreiche weitere Errungenschaften im Bereich der Jugendpolitik: die erste Europäische Konferenz der für Jugendfragen zuständigen Ministerinnen und Minister (1985), die Europäische Charta der Beteiligung der Jugend am Leben der Gemeinde und Region (1993, aktualisiert 2026), die Gründung der Bewegung gegen Hassrede (2013), die Einbindung von Jugenddelegierten in den Kongress der Gemeinden und Regionen (2014) sowie die Erklärung von Reykjavík (2023) haben die Rolle junger Menschen bei der Gestaltung der demokratischen Zukunft Europas gestärkt.

Auf ihrer 10. Konferenz, die im Oktober 2025 in Malta stattfand, bekräftigten die für Jugendfragen zuständigen Ministerinnen und Minister, dass der Europarat ein unverzichtbarer Partner sei, wenn es darum geht, junge Menschen zu befähigen, auf gemeinsame Herausforderungen zu reagieren, die Menschenrechte zu wahren und zu verteidigen sowie uneingeschränkt am demokratischen Leben teilzunehmen. Sie forderten den Europarat auf, innerhalb der umfassenderen Architektur internationaler Organisationen und europäischer Institutionen weiterhin eine führende Rolle in der Jugendpolitik einzunehmen.

Im Mittelpunkt der Arbeit des Europarates: die Beteiligung junger Menschen

Seit 1972 gewährt der Europarat Jugendorganisationen und Regierungen gleichberechtigtes Mitspracherecht bei der Entscheidungsfindung. Im Rahmen des Ko-Management-Systems durch den Gemeinsamen Rat für Jugendfragen treffen 30 junge Menschen und Vertreterinnen und Vertreter der für Jugendfragen zuständigen Ministerien aus 48 Ländern gemeinsam Entscheidungen über jugendpolitische Maßnahmen und Programme. Dieses System soll gewährleisten, dass die Bedürfnisse und Interessen junger Menschen in den Prioritäten des Europarates berücksichtigt werden.

Für den Zeitraum 2024–2027 lauten diese strategischen Prioritäten, die in der Jugendstrategie 2030 festgelegt sind, wie folgt:

  • Neubelebung der pluralistischen Demokratie
  • Zugang junger Menschen zu ihren Rechten
  • Zusammenleben in friedlichen und inklusiven Gesellschaften
  • Jugendarbeit
  • Entwicklung und Stärkung der Jugendpolitik auf der Grundlage der Normen des Europarates.

Das oberste Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass junge Menschen aus allen Bereichen der europäischen Gesellschaften – junge Menschen aus ländlichen Gebieten, junge Menschen mit Migrationshintergrund, Roma und Fahrende, Angehörige nationaler und anderer Minderheiten, einschließlich LGBTIQ-Jugendlicher, junge Menschen aus benachteiligten Stadtvierteln sowie junge Menschen mit Behinderung – an der pluralistischen Demokratie teilhaben können und dass die europäischen Regierungen eine Jugendpolitik entwickeln und umsetzen, die jungen Menschen den Zugang zu ihren Rechten erleichtert.

Das Europäische Jugendzentrum mit seinen beiden Standorten in Straßburg und Budapest bringt junge Menschen heute physisch zusammen, um Treffen, nichtformale Bildungsangebote und Schulungen durchzuführen. Über das Europäische Jugendwerk unterstützt der Europarat die Jugendzusammenarbeit durch finanzielle Förderung von jugendgeführten Aktivitäten, an denen mindestens sieben Mitgliedsstaaten beteiligt sind.

Was wünschen sich junge Menschen bis zum Jahr 2049?

„Von uns wird erwartet, dass wir uns auf eine Zukunft vorbereiten, die noch keine Gestalt angenommen hat, auf Arbeitsplätze, die es noch nicht gibt, und auf Technologien, deren Folgen sich erst noch zeigen werden“, erklären junge Menschen in ihrem Manifest für 2049. Das Dokument listet 15 Maßnahmen auf, die von Regierungen, internationalen Organisationen – darunter dem Europarat – und der Zivilgesellschaft ergriffen werden sollen. Diese Maßnahmen betreffen alle Themen, die jungen Menschen am Herzen liegen, darunter die lokale Jugendbeteiligung, demokratische Rechenschaftspflicht, Bildung, Gesundheitsversorgung, den Arbeitsmarkt und das Grundeinkommen, inklusive demokratische Teilhabe, die Aufteilung der Macht zwischen den Generationen sowie das Wohnungswesen.

Junge Menschen sind nach wie vor der Überzeugung, dass es sich lohnt, für die Demokratie zu kämpfen, anstatt sie aufzugeben – ein zentrales Credo der Verfasserinnen und Verfasser des Manifests. Dies machen sie bereits in ihrer einleitenden Überschrift deutlich: „Liebe Demokratie, unsere Jugend gehört dir“.


 


 Weitere Informationen zur umfassenden Arbeit des Europarates für junge Menschen und mit jungen Menschen

 Weitere Informationen zum Beirat für Jugendfragen [EN]

 Der Neue Demokratische Pakt für Europa [EN]

Europarat Strassburg 12. August 2026
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