Bei dem am 17. September in Straßburg stattfindenden Forum des Europarates „Wirtschaft und Menschenrechte“ (BRAVE 2026) wird die Notwendigkeit entschlossener rechtlicher und politischer Maßnahmen, verstärkter Zusammenarbeit und innovativer Lösungen erörtert, um die Einhaltung der Normen des Europarates im Privatsektor zu verbessern, einschließlich der Bekämpfung von Zwangsarbeit und Menschenhandel und mit besonderem Augenmerk auf den Risiken im Zusammenhang mit der grünen und digitalen Umwandlung der Wirtschaft.
Engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft für mehr Stabilität und Berechenbarkeit
Dies ist die zweite Ausgabe des jährlichen Forums, bei dem Verantwortliche aus der Politik sowie Vertreterinnen und Vertreter führender Unternehmen und Berufsverbände zusammenkommen, um Wege zu erörtern, wie sie ihre Zusammenarbeit mit dem Europarat bei der Einbindung der Sorgfaltspflicht in den Bereichen Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in ihre Geschäftstätigkeit verstärken können.
Generalsekretär Alain Berset betonte bei der Eröffnung die Bedeutung der Zusammenarbeit des Europarates mit der Wirtschaft, um Menschenrechtsrisiken früher zu erkennen, Missbrauch zu verhindern und mehr Stabilität und Vorhersehbarkeit zu schaffen.
„Demokratische Sicherheit bedeutet, dass die Menschen darauf vertrauen können, dass ihre Rechte geschützt werden, Institutionen funktionieren und die Rechtsstaatlichkeit gilt“, erklärte er und unterstrich die Rolle der Europäischen Sozialcharta als grundlegende Referenz für den Schutz der sozialen Rechte und die Stärkung der demokratischen Sicherheit in ganz Europa.
In Bezug auf die grüne und digitale Umwandlung der Wirtschaft sagte der Generalsekretär, dass es wichtig ist, dass diese Prozesse nachhaltig, sozial gerecht und ohne Ausbeutung ablaufen.
Wirtschaft spielt eine Rolle bei der demokratischen Sicherheit
Im Rahmen von BRAVE 2026 wird auch die Relevanz des Neuen Demokratischen Pakts für Europa für den Privatsektor präsentiert, einer Initiative, die darauf abzielt, die demokratische Sicherheit auf dem gesamten Kontinent zu stärken, und neue Möglichkeiten für die Partnerschaft zwischen dem Europarat und der Wirtschaft bietet.
Während der Veranstaltung wurde die neue Plattform des Europarates für Menschenrechte und Wirtschaft gestartet. Die Plattform wird als umfassende Drehscheibe dienen, die die Normen des Europarates und internationale Menschenrechtsnormen, die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und Schulungsressourcen vereint, um die Kapazitäten von Fachpersonen aus der Justiz, Behörden, Menschenrechtsorganisationen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft zu stärken und so Missbrauch zu verhindern und eine Unternehmenskultur zu fördern, die die Menschenrechte achtet.
Eine Forumssitzung, die gemeinsam mit der Ständigen Vertretung der Ukraine beim Europarat organisiert wird, soll zeigen, wie einige ukrainische Unternehmen praktische Lösungen entwickeln, die Widerstandsfähigkeit, verantwortungsvolles Geschäftsgebaren und Achtung der Menschenrechte verbinden.
Zweites Europaratsforum „Wirtschaft und Menschenrechte“ [EN]

