In Europa ist derzeit ein Wiederaufleben der Rhetorik zugunsten der Todesstrafe zu verzeichnen, wodurch zentrale europäische Werte wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben untergraben werden. Eine kürzlich veröffentlichte Studie untersucht, ob Bildungssysteme eine solidere Grundlage für die Unterstützung der Abschaffung der Todesstrafe bieten könnten. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass zwar häufig Beispiele für die Todesstrafe behandelt werden, die Gründe für ihre Abschaffung jedoch oft zu kurz kommen.
Die Studie, die von der Beobachtungsstelle für den Geschichtsunterricht in Europa (OHTE) des Europarates durchgeführt und gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut erstellt wurde, ist die erste Untersuchung darüber, wie die Geschichte der Abschaffung der Todesstrafe in Europa unterrichtet wird. Insgesamt wurden 19 Länder untersucht, wobei der Koordinator des Europarates für die Abschaffung der Todesstrafe und das Internationale Akademische Netzwerk für die Abschaffung der Todesstrafe (REPECAP) kontextuelles und rechtliches Fachwissen beisteuerten. (weiter)
Die Beobachtungsstelle für den Geschichtsunterricht in Europa (OHTE) ist ein 2020 eingerichtetes erweitertes Teilabkommen des Europarates*. Sie fördert einen qualitativ hochwertigen Geschichtsunterricht als Grundlage für eine demokratische Kultur. Während die OHTE allgemeine und thematische Berichte zum Stand des Geschichtsunterrichts veröffentlicht, ist dies die erste Ad-hoc-Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Koordinator des Europarates für die Abschaffung der Todesstrafe erstellt wurde.
*Mitgliedsstaaten der Beobachtungsstelle (19): Albanien, Andorra, Armenien, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Luxemburg, Malta, Montenegro, Nordmazedonien, Portugal, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Türkei, Ukraine, Zypern. Beobachterstaaten (1): Republik Moldau.
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