Der Unterricht über Regionalgeschichte, sowohl durch formale als auch nonformale Bildung, fördert das Zugehörigkeitsgefühl. Während globale und nationale Darstellungen für das Verständnis allgemeiner Entwicklungen und Bewegungen von entscheidender Bedeutung sind, bietet die Regionalgeschichte eine menschlichere Perspektive, die junge Menschen eng mit ihrer Gemeinschaft, Kultur und ihrem Kulturerbe verbindet.
Regionalgeschichte fördert das kritische Denken der Lernenden, einschließlich der Fähigkeit, nationalistische Narrative zu dekonstruieren, die einen einseitigen oder ausschließlichen Anspruch auf eine Region geltend machen. Sie kann jungen Menschen helfen, pseudohistorische Argumente zu erkennen, die von Staaten mit revisionistischen Ambitionen in multiethnischen Regionen verwendet werden, um militärische Invasionen zu rechtfertigen, zum Beispiel den anhaltenden und illegalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.
Regionalgeschichte mangelt es jedoch an Anerkennung, sie ist in den Geschichtslehrplänen und Schulbüchern der meisten europäischen Länder wenig präsent. Lehrkräften fehlt es oft an Ausbildung, Material und Ressourcen, einschließlich des Zugangs zu Primärquellen. Dies führt zu möglichen Verzerrungen und Vorurteilen, die häufig in die Darstellung lokaler Geschichte einfließen.
Was regionale Behörden tun können, um inklusiven und pluralistischen Regionalgeschichtsunterricht zum Nutzen von Lehrkräften, Lernenden und regionalen Gemeinschaften auf dem ganzen Kontinent zu fördern und zu verbessern, stand heute im Mittelpunkt einer Debatte des Kongresses der Gemeinden und Regionen. (weiter)
Weitere Informationen über die Arbeit des Europarates zum Thema Geschichtsunterricht [EN]
Kongress der Gemeinden und Regionen [EN]
Hinausgedrängt? Die Vermittlung regionaler Geschichte in den Vordergrund rücken

