Zurück Neue Studie zum Schutz von Regional- oder Minderheitensprachen in Europa veröffentlicht

Neue Medien bieten ein enormes Potenzial für das Erlernen und den Gebrauch von Sprachen
Zweisprachige Beschilderung in Walisisch und Englisch in Llandudno, Vereinigtes Königreich – Dem Bericht zufolge ist Walisisch in den Sozialen und digitalen Medien sehr präsent

Zweisprachige Beschilderung in Walisisch und Englisch in Llandudno, Vereinigtes Königreich – Dem Bericht zufolge ist Walisisch in den Sozialen und digitalen Medien sehr präsent

Vor Kurzem ist eine neue Studie über wiederkehrende Probleme und bewährte Verfahren bei der Förderung von Regional- oder Minderheitensprachen in Europa veröffentlicht worden. Sie befasst sich mit der Vielfalt der Medienlandschaft für Minderheitensprachen, insbesondere im Internet, und genauer gesagt mit dem Gebrauch dieser Sprachen in den neuen, Sozialen und digitalen Medien, aber auch mit dem Unterricht dieser Sprachen und der Geschichte und Kultur, die sie zum Ausdruck bringen.

„Einige Sprachen, die nicht mit einem Mutterstaat verbunden sind (wie Walisisch, Baskisch, Friesisch usw.), sind ebenfalls auf vielen Plattformen stark vertreten“, heißt es in der Studie. Durch den Abbau finanzieller, technischer und regulatorischer Zugangsbarrieren haben die neuen Medien die Möglichkeiten der Internetnutzenden zur Produktion und Verbreitung vielfältiger Inhalte sowie die Interaktion zwischen den Sprecherinnen und Sprechern, vor allem unter der jungen Generation, gestärkt (und damit eine eigenständige Jugendkultur außerhalb des Bildungssystems geschaffen). Hervorzuheben ist auch der verbesserte Zugang zu Archivdokumenten und zum kulturellen Gedächtnis. Neue Sprachlerntools, insbesondere Anwendungen wie Duolingo und andere, haben das Erlernen von Regional- oder Minderheitensprachen gefördert. Digitale Sprachressourcen (maschinelle Übersetzung, Technologien zur Sprachtranskription, Spracherkennung und KI-basierte Tools) werden für das Überleben von Sprachen immer wichtiger.

Diese vom Lenkungsausschuss des Europarates für Antidiskriminierung, Diversität und Inklusion (CDADI) erstellte Studie bietet den Regierungen der Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, Lücken in diesem Bereich zu untersuchen und den Schutz von Regional- oder Minderheitensprachen besser zu unterstützen.

Verbindungen zwischen Online-Medien und traditionellen Medien

Die Studie hebt die gegenseitige Abhängigkeit zwischen traditionellen und neuen Medien in Regional- oder Minderheitensprachen hervor: Einige verschmelzen, andere geben digitalen und sozialen Plattformen Vorrang vor Printmedien, wieder andere vollziehen eine vollständige Migration zum digitalen Format. Der umgekehrte Prozess findet ebenfalls statt, indem digitale Unternehmen traditionelle Formate übernehmen, z. B. die Veröffentlichung von ursprünglich in Blogs veröffentlichten Inhalten in Papierform, die Produktion von Schallplatten parallel zur Online-Veröffentlichung von Musikinhalten auf digitalen Plattformen oder YouTuberinnen und YouTuber, die zu Fernsehmoderatorinnen und -moderatoren werden. (weiter)


 Vollständige Studie zu Regional- oder Minderheitensprachen [EN]

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