Zurück Neue Empfehlung zur Gleichstellung von Roma- und Fahrenden*-Frauen und -Mädchen

Neue Empfehlung zur Gleichstellung von Roma- und Fahrenden*-Frauen und -Mädchen

Im Vorfeld des Internationalen Tags der Roma hat das Ministerkomitee eine Empfehlung an die 46 Mitgliedsstaaten veröffentlicht, um die Gleichstellung von Roma- und Fahrenden-Frauen und -Mädchen zu gewährleisten und der spezifischen Gefährdung, der sie ausgesetzt sind, entgegenzuwirken.

Der Internationale Tag der Roma bietet uns die Gelegenheit, die Roma für ihre Vielfalt zu feiern und ihren Wert und ihren Beitrag zur Gesellschaft zu würdigen und anzuerkennen. Wir erkennen auch an, dass Roma- und Fahrenden-Frauen und -Mädchen von Antiziganismus, Sexismus und der daraus resultierenden intersektionellen Diskriminierung betroffen sind, was die Ungleichheiten, unter denen sie leiden, noch weiter verschärft. Viele Frauen und Mädchen aus diesen Gemeinschaften leben noch immer unter katastrophalen Bedingungen und es ist entschlossenes Handeln nötig, um eine wirksame Gleichstellung zu gewährleisten.

Diese Erwägungen waren die treibende Kraft hinter der Ausarbeitung und Verabschiedung eines neuen Instruments, das Empfehlungen zur Überwindung der strukturellen Hindernisse enthält, welche der wirksamen Gleichstellung von Roma- und Fahrenden-Frauen und -Mädchen im Weg stehen. Die Empfehlung des Ministerkomitees beinhaltet Leitlinien für wirksame Maßnahmen in Bereichen wie der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, dem Schutz vor extremer Armut, der Vermeidung der Herausnahme von Roma-Kindern aus ihren Familien und der ungerechtfertigten Unterbringung in Betreuungseinrichtungen, Wohnung, Bildung, Gesundheitsversorgung, Beschäftigung und Schutz vor Gewalt und Menschenhandel.

In der Empfehlung werden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, Maßnahmen zur Stärkung der Fähigkeiten und der Autonomie der Roma- und Fahrenden-Frauen und -Mädchen zu ergreifen. Die Mitgliedsstaaten sollten außerdem die Beteiligung von Roma- und Fahrenden-Frauen und -Mädchen am politischen und öffentlichen Leben verbessern, Daten erheben, Forschung betreiben und Rechtsrahmen, Strategien und Aktionspläne zur Umsetzung dieser Leitlinien entwickeln.

Letztlich soll dieses Instrument sicherstellen, dass alle Roma- und Fahrenden-Frauen und -Mädchen in den Genuss ihrer Menschenrechte kommen. Wenn wir heute gemeinsam mit Roma und Fahrenden auf der ganzen Welt den Internationalen Tag der Roma begehen, freuen wir uns schon auf den Tag, an dem die Gleichstellung für alle Roma, einschließlich Frauen und Mädchen, Wirklichkeit sein wird.

* Der Begriff „Roma und Fahrende“ wird beim Europarat verwendet, um die große Vielfalt der Gruppen zu erfassen, auf die sich die Arbeit des Europarates in diesem Bereich erstreckt: einerseits a) Roma, Sinti/Manusch, Calé/Gitanos, Kaale, Romanichals, Băeși/Rudari; b) Balkan-Ägypter (Ägypter und Aschkali); c) orientalische Gruppen (Dom, Lom und Abdal); und andererseits Gruppen wie Travellers, Jenische und die mit dem Verwaltungsbegriff „Fahrende“ bezeichneten Bevölkerungsgruppen sowie Personen, die sich selbst Zigeuner nennen. Diese erläuternde Fußnote ist keine Definition der Begriffe „Roma“ und/oder „Fahrende“.


 Generalsekretärin Pejčinović Burić: Keine echte Unterstützung für die Gemeinschaften der Roma und Fahrenden ohne Stärkung der Fähigkeiten von Frauen und Mädchen

 Menschenrechtskommissar: Schutz der Menschenrechte von Roma und Fahrenden muss in unseren Mitgliedsstaaten zu einer hohen Priorität werden [EN]

ministerkomitee Straßburg 5. April 2024
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