Am 26. September begeht Europa den Europäischen Tag der Sprachen (ETS), eine Initiative des Europarates und der Europäischen Kommission, die seit 2001 sprachliche Vielfalt, Mehrsprachigkeit und interkulturelles Verständnis fördert. Das diesjährige Motto lautet „Sprachen verbinden!“ und bekräftigt eine klare Botschaft: Jede Sprache ist wichtig, jede Sprache öffnet Türen, und gemeinsam bringen Sprachen Menschen zusammen.
Im Vorfeld des Europäischen Tags der Sprachen erklärte heute die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Petra Bayr, in ihrer Rede zur Eröffnung des Grazer Sprachenfests: „Das Motto des Europäischen Tags der Sprachen 2026 lautet ‚Sprachen verbinden!‘. Es erinnert uns daran, dass Sprachen als Brücken zwischen Menschen, Gemeinschaften und Kulturen dienen können. In einer Welt, die oftmals von Spaltung und Missverständnissen geprägt ist, fördert die Bereitschaft, andere Sprachen zu lernen, zu sprechen und zu schätzen, gegenseitigen Respekt, Empathie und Zusammenarbeit.“
„Europas reiches Spracherbe ist eine seiner größten Stärken. Durch die Förderung des Sprachenlernens in allen Lebensphasen, den Schutz von Regional- und Minderheitensprachen und die Förderung der mehrsprachigen Bildung tragen wir zum Aufbau einer Gesellschaft bei, die inklusiver und widerstandsfähiger und von stärkerem Zusammenhalt geprägt ist. Europa spricht mit vielen Stimmen, und jede erlernte Sprache kann neue Perspektiven eröffnen und unser gemeinsames europäisches Engagement für Demokratie, Menschenrechte und kulturelles Verständnis stärken.“
Graz: Wo das Sprachenlernen lebendig ist
Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum Europäischen Tag der Sprachen steht das Europäische Fremdsprachenzentrum in Graz, das den Tag mit einer Vielzahl von Initiativen und der Einführung neuer Ressourcen begeht.
Die Klassen-Sprach-Challenge zum Europäischen Tag der Sprachen ruft die Lernenden auf, Sprachmissionen zu absolvieren und ein offizielles Zertifikat zu erwerben. Der Poster-Wettbewerb mit dem Motto „Sprachen verbinden!“ lädt die Teilnehmenden ein, zu veranschaulichen, wie Sprachen Menschen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg verbinden. Ein praktisches Hilfsmittel – der Activity-Kit zum Europäischen Tag der Sprachen 2026 – steckt voller Ideen für Aktivitäten zum diesjährigen ETS – Spiele, Rätsel und Poster – und ist ein Muss für Lehrkräfte und Lernende jeden Alters.
Junge Lernende können mit Lara ihre in den Vorjahren begonnenen Sprachreisen durch Europa fortsetzen: Neben ihrem europaweiten Abenteuer bei der Erkundung der Sprachen und Schriftsysteme und ihrer Reise durch Europas Regional- und Minderheitensprachen können Kinder in diesem Jahr mithilfe des neuesten Buchs „Laras Sprachreise durch Italien“ auch das reiche sprachliche Erbe Italiens erkunden.
Zu den neuen Lernressourcen, die das Zentrum für 2026 entwickelt hat, gehören auch die Leitlinien zur praktischen Umsetzung der Grundsätze des Appells zum Handeln im Bereich der Motivation im Sprachunterricht und in der Ausbildung von Sprachlehrkräften.
Sprachliche Vielfalt in ganz Europa würdigen
Anlässlich des Europäischen Tags der Sprachen finden Tausende Veranstaltungen in Schulen, Kultureinrichtungen und Gemeinden in ganz Europa und darüber hinaus statt. Die Aktivitäten reichen dabei von Sprachmessen und Quiz-Spielen bis hin zu Aufführungen, Workshops und mehrsprachigen Wettbewerben.
Zu den Highlights gehören:
- Die Journées des langues juridiques (Tage der Rechtssprachen), organisiert von der Universität Montpellier von 21. bis 25. September, mit mehrsprachigen Veranstaltungen und Sprachimmersionsaktivitäten.
- Die Konferenz „Was ändert sich im schottischen Sprachlehrplan?“, koordiniert vom Institut français am 22. September in Edinburgh, über Sprachunterricht in Schottland.
- „Wörter und Wohlstand: Die dynamische Verbindung zwischen Sprache und regionalem Wirtschaftswachstum“, eine gemeinsame Veranstaltung von Regionalvertretungen in Brüssel am 22. September, bei der die sozialen und wirtschaftlichen Vorteile der Neubelebung von Minderheitensprachen untersucht werden.
- „Koste die Welt, sprich die Sprache“, organisiert von der Berufsfachschule für Gastronomie und Tourismus am 25. September im slowakischen Nitra, wo internationale Studierende traditionelle Gerichte ebenso präsentieren wie ihre Sprachen und Kulturen.
- „Une île, différentes langues“ (Eine Insel, verschiedene Sprachen) findet am 26. September im französischen Guadeloupe statt, um die Verbindungen zwischen Europa und der Karibik hervorzuheben.
- Das Festival „Sprachen verbinden uns“ findet am 28. September 2026 am Berufs- und Technikgymnasium für Seefahrt Fettah Tamince in Konyaaltı (Türkei) statt und umfasst ein einwöchiges Programm, das sich auf Sprachen, Kulturen, maritime Traditionen, Kreativität und aktive Schülerbeteiligung konzentriert.
- Die Konferenz „Europäischer Tag der Sprachen – Sprachen für Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement“, organisiert am 8. Oktober im italienischen Ministerium für Unterricht und Verdienste in Rom, wird in Schulen im ganzen Land per Livestream übertragen.
- Am 30. September wird die Europäische Kommission mithilfe von Debatten, einer virtuellen Ausstellung und interaktiven sprachbezogenen Ständen (einen davon veranstaltet das Europäische Fremdsprachenzentrum) untersuchen, wie Mehrsprachigkeit die Inklusion fördert.
Die Büros des Europarates in Belgrad und Tunis tragen ebenfalls zum Europäischen Tag der Sprachen bei, indem sie groß angelegte Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche organisieren, die Mehrsprachigkeit, interkulturellen Dialog und Sprachenlernen fördern.
Über Europa hinaus: Der Sprachentag auf der ganzen Welt
Mit Veranstaltungen auf allen Kontinenten geht die Initiative weit über Europa hinaus. Von New York und Montevideo bis Kairo, Kuala Lumpur, Tokio und Sydney schließen sich europäische Kulturinstitute, Partner der Europäischen Union und Botschaften zusammen, um die sprachliche Vielfalt zu würdigen und das Sprachenlernen zu fördern. Die Aktivitäten spiegeln die wachsende globale Reichweite des Europäischen Tags der Sprachen wider und bekräftigen seine zentrale Botschaft: Sprachen bringen weltweit Menschen zusammen und fördern Verständnis, Dialog und Zusammenarbeit zwischen Kulturen und Gemeinschaften.

