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Europaratsstudie zu Journalisten in Europa: Gewalt, Einschüchterung, Selbstzensur

Europarat Straßburg 20. April 2017
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Laut einer heute veröffentlichten Studie des Europarates, bei der 940 Journalisten aus den 47 Mitgliedsstaaten des Europarates und Weißrussland einbezogen wurden, sind Journalisten in Europa häufig schwerwiegenden und ungerechtfertigten Eingriffen in ihre Arbeit ausgesetzt, bis hin zu Einschüchterung und Gewalt. Folglich leben viele von ihnen in Angst, was häufig zu Selbstzensur führt.

Fast ein Drittel der Journalisten, die an der zwischen April und Juli 2016 durchgeführten Studie teilgenommen haben, war im Laufe der vorangegangenen drei Jahre Opfer körperlicher Übergriffe. Der häufigste Eingriff, der von 69 % der Journalisten angegeben wurde, war psychische Gewalt, etwa in Form von Einschüchterung, Drohungen, Verleumdung und Erniedrigung.

Die zweithäufigste Art des Eingriffs, die von 53 % der befragten Journalisten genannt wurde, war Cyber-Mobbing, meist in Form von Vorwürfen mangelnder Objektivität, persönlichen Angriffen, öffentlicher Diffamierung und Hetzkampagnen. Einschüchterungen durch Interessengruppen wurden am dritthäufigsten angeführt (50 %), gefolgt von Androhungen physischer Gewalt (46 %), Einschüchterung durch politische Gruppierungen (43 %), gezielter Überwachung (39 %) und Einschüchterungen durch die Polizei (35 %).

Ziel der Studie ist es, die Debatte zur Reaktion auf die in den letzten Jahren spürbar zunehmenden Bedrohungen der Pressefreiheit in Europa durch evidenzbasierte Daten zu fördern. Die Studie wurde mithilfe eines anonymen Online-Fragebogens in fünf Sprachen durchgeführt. Die Journalisten wurden hauptsächlich unter den Mitgliedern von fünf großen Organisationen, die sich mit Journalismus und Meinungsfreiheit befassen, ausgewählt.


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