Am 2. und 3. November 2026 wird der Europarat das Weltforum für Demokratie ausrichten, ein wichtiges Treffen, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie junge Menschen aus der ganzen Welt teilnehmen. Gemeinsam werden sie eine Bestandsaufnahme der Demokratie in Europa vor dem Hintergrund des Umbruchs der Weltordnung erstellen und mögliche Lösungen für den Aufbau der demokratischen Sicherheit von morgen untersuchen.
Vom Krisenmanagement zur Antizipation
Ungleichheit, Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Raums, Misstrauen gegenüber Institutionen, Rückzug eines Teils der Bevölkerung, Cyberangriffe, Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland: Demokratien sind tiefgreifenden Veränderungen und sich rasch entwickelnden Bedrohungen ausgesetzt.
Angesichts dieser Umwälzungen darf demokratische Sicherheit nicht mehr nur darin bestehen, auf Krisen zu reagieren, sobald sie auftreten. Sie setzt auch die Möglichkeit voraus, künftige Transformationen zu antizipieren, aufkommende Risiken und Chancen zu identifizieren und die kollektive Fähigkeit zur Krisenbewältigung zu stärken.
Dies ist das zentrale Thema der „demokratischen Perspektiven“, des Schwerpunkts des Weltforums für Demokratie 2026.
Eine Demokratie, die sich erneuern kann
Nach zweijähriger Konsultation mit den Mitgliedsstaaten, der Zivilgesellschaft und der Welt der Wissenschaft wird das diesjährige Forum ein Höhepunkt der Konsultationsphase des Neuen Demokratischen Pakts für Europa sein, den der Europarat ins Leben gerufen hat, um über die Zukunft der europäischen Demokratien und Möglichkeiten zur Stärkung ihrer demokratischen Sicherheit zu reflektieren.
Zwei Tage lang wird unter anderem über die Fähigkeit der Demokratien diskutiert, ihre Grundlagen – freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Meinungsäußerungs- und Pressefreiheit, Gleichgewicht der Gewalten und Unabhängigkeit der Justiz – zu bewahren und gleichzeitig auf die sozialen, institutionellen und digitalen Veränderungen zu reagieren, die ihr Umfeld neu gestalten.
Besonderes Augenmerk wird auf den Stimmen junger Menschen und der Fähigkeit demokratischer Institutionen liegen, die Verbindung zu den Menschen zu erneuern.
Preis für demokratische Innovation
Im Rahmen einer Sitzung, die neuen Ideen gewidmet ist, werden innovative Initiativen aus der ganzen Welt hervorgehoben; an die populärste Initiative wird bei der Abschlusssitzung der Preis für demokratische Innovation vergeben.
Das Forum soll einen Raum für Dialog schaffen, um Analysen zu vergleichen, gemeinsam mögliche Zukunftsszenarien zu erforschen und diese Reflexion in konkrete Maßnahmen umzusetzen.
Während des zweitägigen Forums werden darüber hinaus künstlerische Darbietungen stattfinden, Dokumentarfilme vorgeführt und im Rahmen des Projekts „Kultur gegen Krieg“ eine ukrainischen Fotoausstellung gezeigt.
Global denken, lokal handeln: der Jugendtag des Forums
Junge Menschen werden eine Schlüsselrolle in den Diskussionen spielen und aktiv zum Konsultationsprozess des Neuen Demokratischen Pakts für Europa beitragen, indem sie ihre Perspektiven und Vorschläge insbesondere durch das Manifest „Jugendvisionen für eine europäische Demokratie im Jahr 2049“ zum Ausdruck bringen.
Im Anschluss an das Forum treffen am 4. November 135 junge Menschen im Europäischen Jugendzentrum des Europarates zusammen – Forumsteilnehmende und junge Menschen aus der Region Grand Est sowie aus französischsprachigen Ländern. Ziel dieses Tages ist es, die Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen, die sich für Demokratie und Bürgerbeteiligung einsetzen, zu stärken, sie mit europäischen Normen und Instrumenten vertraut zu machen, insbesondere der Europäischen Charta der Beteiligung der Jugend am Leben der Gemeinde und Region, und Raum für Reflexion und Engagement für zukünftige Maßnahmen zur Neubelebung der Demokratie zu schaffen.
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Das 2012 ins Leben gerufene Weltforum für Demokratie hat sich zu einem wichtigen jährlichen Treffen entwickelt, das Menschen aus der ganzen Welt die Möglichkeit bietet, die Demokratie zu sondieren, ihre Mängel und Grenzen zu analysieren und gleichzeitig innovative Ideen für die Fragen zu entwickeln, vor denen sie steht. Das Forum ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen dem Europarat, der Stadt und der Eurometropole Straßburg, der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass, der Region Grand Est und dem französischen Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten im Rahmen des Dreijahresvertrags „Straßburg, europäische Hauptstadt“ (2024–2026).

