Zurück Vigdís-Preis für die Stärkung der Stellung der Frau 2026 geht an „My Voice, My Choice“

Basisbewegung, die sich für den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen einsetzt, gewinnt die dritte Ausgabe des Preises
PACE-Präsidentin Bayr überreicht Lana Čop den Vigdís-Preis für das Engagement ihrer Organisation zugunsten der körperlichen Selbstbestimmung von Frauen

PACE-Präsidentin Bayr überreicht Lana Čop den Vigdís-Preis für das Engagement ihrer Organisation zugunsten der körperlichen Selbstbestimmung von Frauen

Der Vigdís-Preis für die Stärkung der Stellung der Frau 2026 geht an „My Voice, My Choice“, eine  feministische Basisbewegung aus Slowenien , die mehr als 300 Organisationen aus der gesamten Europäischen Union vereint, um sich für sichere und zugängliche Schwangerschaftsabbrüche einzusetzen.

Der mit EUR 60.000 dotierte, jährlich verliehene Preis, der gemeinsam von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der isländischen Regierung vergeben wird, würdigt herausragende Initiativen zur Förderung der Stärkung der Stellung der Frau in ihrer ganzen Vielfalt, in Europa und darüber hinaus.

In diesem Jahr wird der Preis, der nach der ehemaligen isländischen Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir benannt ist – der ersten Frau weltweit, die zum Staatsoberhaupt gewählt wurde –, zum dritten Mal verliehen.

Einen Wandel bei der Ausübung reproduktiver Rechte bewirken

Im Jahr 2025 sammelte „My Voice, My Choice“ über 1,1 Millionen Unterschriften für eine Bürgerinitiative für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen, was zu einer wegweisenden Entschließung des Europäischen Parlaments und einer Zusage der Europäischen Kommission führte, EU-Mittel für Schwangerschaftsabbruchsdienste einzusetzen.

Bei der Entgegennahme der Auszeichnung im Rahmen einer Zeremonie in Straßburg am Eröffnungstag der Sommer-Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung erklärte Lana Čop als Vertreterin der Organisation, dass der Preis nicht nur eine Kampagne würdige, sondern „Tausende von Menschen, die dem Zynismus die Hoffnung und der Resignation das Handeln vorgezogen haben“.

Sie fügte hinzu: „Europa besteht nicht nur aus Institutionen. Europa wächst auch durch die Beziehungen zwischen den Menschen. Durch Solidarität. Durch Mut. Durch Freundschaft. Und durch den unerschütterlichen Glauben, dass es sich lohnt, für eine bessere Zukunft zu kämpfen.“

„Wenn die Welt gerettet werden kann, dann durch Frauen“

Die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung, Petra Bayr, überreichte Čop einen Scheck über EUR 60.000, eine Urkunde und die Preistrophäe, eine Skulptur aus isländischem Vulkangestein namens „Kvika“. Sie griff die Worte von Vigdís Finnbogadóttir auf, wonach die Welt, wenn sie gerettet werden kann, von Frauen gerettet werden wird, und fügte hinzu: „Wenn ich mir die Nachrichten dieser Tage anschaue, denke ich, dass Frieden und Hoffnung dringend gebraucht werden.“

Die Präsidentin gratulierte der Gewinnerorganisation und stellte fest: „Jene, die sich für sexuelle und reproduktive Rechte einsetzen, sehen sich dem massiven Widerstand seitens Organisationen gegenüber, die über umfangreiche Ressourcen verfügen.“

Die isländische Justizministerin Þorbjörg Sigríður Gunnlaugsdóttir, die die isländische Regierung vertrat, nahm ebenfalls an der Zeremonie teil: „Alle drei Initiativen, die in die engere Auswahl für den diesjährigen Preis gekommen sind, verdienen unsere Anerkennung und unseren Beifall. Ihre Arbeit erinnert uns daran, dass Veränderung möglich ist.“ Vigdís Finnbogadóttir sei ein Vorbild für eine ganze Generation isländischer Mädchen gewesen, erklärte sie, und habe gezeigt, dass Frauen das höchste Amt anstreben und es auch erreichen können.

Vertreterinnen der beiden zweitplatzierten Organisationen des diesjährigen Preises erhielten jeweils Urkunden: die „Girl Child Counselling Women Group“ aus Kenia, die von HIV/AIDS und extremer Armut betroffene Kinder, Mädchen und junge Mütter unterstützt, sowie „Sasane – Samrakshak Samuha“ aus Nepal, eine von Opfern geführte Organisation, die Menschenhandel, Kinderheirat, sexuelle Ausbeutung und geschlechtsspezifische Gewalt bekämpft.

Fast 300 Nominierungen aus aller Welt wurden von der Preisjury geprüft, die sich aus sechs unabhängigen Fachleuten auf dem Gebiet der Stärkung der Stellung der Frau zusammensetzte – drei davon von der Versammlung und drei von der isländischen Regierung nominiert – und unter dem Vorsitz von Präsident Bayr stand.


 Programm der Sitzung der Parlamentarischen Versammlung in dieser Woche

 Vigdís-Preis [EN]


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PACE Strassburg 22. Juni 2026
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