Zurück Quorum aus dem Vereinigten Königreich gewinnt Demokratie-Hackathon des Europarates

Die von Microsoft und dem Europarat gesponserten Preise würdigen die herausragende Qualität der vorgestellten Lösungen im Bereich Civic Tech und deren praktische Auswirkungen
„Hack den Hass, erneuere die Demokratie 2026“ – Alain Berset begutachtet die Gewinnerurkunde von Quorum

„Hack den Hass, erneuere die Demokratie 2026“ – Alain Berset begutachtet die Gewinnerurkunde von Quorum

Bei der heutigen Abschlussveranstaltung des Demokratie-Hackathons und der „Woche gegen Hassrede“ hat Generalsekretär Alain Berset den Preisträger des Leuchtturmprojekts des Europarates „Hack den Hass, erneuere die Demokratie 2026“ bekannt gegeben, an der politisch Verantwortliche, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie innovative junge Menschen teilnahmen, um Hassrede und Diskriminierung zu bekämpfen und digitalen Herausforderungen zu begegnen.

Die Veranstaltung „Hack den Hass, erneuere die Demokratie 2026“ schuf einen einzigartigen Raum, in dem Debatte und Handeln aufeinandertrafen und Fachwissen in den Bereichen Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie dazu beitrug, Innovation zu gestalten. Hass bringt Menschen zum Schweigen, während Technologie-Innovatoren, die sich der weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen ihres Handelns bewusst sind, sich für eine digitale Revolution einsetzen, die jedem Einzelnen und der Gesellschaft zugutekommt.

„Es ist einfach faszinierend, den Hackathon und die ‚Woche gegen Hassrede‘ auf diese Weise vereint zu sehen. Und da sagen manche, dass Hass siegen würde – hier jedenfalls nicht“, erklärte Generalsekretär Alain Berset.

Die diesjährigen Preisträger sind:

Großer Preis der Jury

Quorum (Vereinigtes Königreich) schlägt das Instrument „MOSAIC“ vor, mit dem Opfer von Online-Missbrauch eine einzige anonyme Meldung erstellen können, die vollständig auf ihrem Gerät verarbeitet wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rohdaten das Telefon der Nutzerinnen und Nutzer zu keinem Zeitpunkt verlassen. Die Meldungen werden zusammengefasst, wenn mehrere unabhängige Meldungen denselben Vorfall bestätigen, dann überprüfen menschliche Analysten die Daten und validieren strukturierte Beweisaufzeichnungen, die direkt von Wahlkommissionen, Nichtregierungsorganisationen oder der Staatsanwaltschaft verwendet werden können, ohne dass die Plattform um Zusammenarbeit gebeten werden muss. Dieses System soll die Fragmentierung von Online-Missbrauchsmeldungen beheben.

Die anderen drei Finalisten, deren Prototypen ausgewählt wurden, sind:

Bulle (Frankreich) – Publikumspreis des Hackathons

„Bulle“ (Blase) ist ein Algorithmus, der entwickelt wurde, um Online-Echokammern zu bekämpfen, indem er sich in die bestehende Dynamik Sozialer Netzwerke einfügt, anstatt dagegen vorzugehen. Der Algorithmus zielt auf die Art und Weise ab, wie engagementbasierte Empfehlungssysteme Empörung verstärken und ideologische Spaltung verstärken, und soll den Nutzerinnen und Nutzern konstruktive Auseinandersetzungen innerhalb ihrer eigenen Communities ermöglichen. Durch das Aufzeigen der Vielfalt interner Standpunkte versucht „Bulle“, Polarisierung zu verringern und Empörungsschleifen zu mildern.

All for One (Republik Moldau)

All for One schlägt „AgnoSpeech“ vor, ein Datenschutz-Instrument, mit dem Organisationen Daten über Hassrede analysieren und austauschen können, ohne die Identität von Tatpersonen, Opfern oder Zeugen preiszugeben. Es ermöglicht eine sicherere Forschung und Moderation, ohne Rohdaten zu verbreiten.

Lumen (Rumänien)

„Lumen“ ist ein Open-Source-Instrument, das auf koordinierte Online-Manipulationen hinweist, indem Verhaltensmuster wie gleichzeitige Posts, ungewöhnliche Geschwindigkeit und wiederholte Nachrichten erkannt werden, ohne die Identität von Personen zu überwachen oder Inhalte zu löschen. Durch die Veröffentlichung von „Koordinations-Scores“ anstelle der Zensur von Inhalten trägt es dazu bei, zwischen Fällen künstlicher Empörung und authentischen Stimmungen der öffentlichen Meinung zu unterscheiden und gleichzeitig die Meinungsäußerungsfreiheit und Privatsphäre zu schützen.

Ayisha Piotti, Jurymitglied und unabhängige Expertin für KI-Politik, erklärte: „Die Teilnehmenden aus den Bereichen Technologie, Wissenschaft und Demokratie-Expertise haben ihre Silos verlassen und ihre Stimmen eingebracht, um zu zeigen, dass ein Prozess der kooperativen, inklusiven Innovation ein Weg ist, den Menschen wieder mehr Einfluss zu verschaffen.“

Das Gewinnerteam und die drei weiteren Finalisten erhielten (insgesamt) umfangreiche Fördermittel zur Unterstützung der Entwicklung ihrer Projekte, darunter:

  • Entwicklungszuschüsse des Europarates in Höhe von insgesamt EUR 15.000;
  • bis zu USD 50.000 an Zuschüssen für Azure-Technologien, die von Microsoft in den vier Wettbewerbskategorien bereitgestellt wurden.

Die Gewinnerteams erhalten darüber hinaus Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte, damit vielversprechende Ideen in konkrete Lösungen umgesetzt werden.

Preis des Jugendwettbewerbs

Der Preis des Jugendwettbewerbs, eines internationalen Wettbewerbs für Bachelor- und Masterstudierende aus ganz Europa, geht an die Mitglieder von „Democracy Wrapped“. Das Team, bestehend aus jungen Menschen aus der Ukraine, Frankreich und Irland, hat ein Video produziert, das die Maßnahmen des Europarates gegen Hassrede und die Rolle des Neuen Demokratischen Pakts für Europa in dieser Hinsicht zeigt.

Ein erfolgreicher Hackathon

Der diesjährige Hackathon brachte interdisziplinäre Teams mit Mitgliedern aus den 46 Mitgliedsstaaten des Europarates zusammen, die sich mit dringenden, realen digitalen Problemen befassten, einschließlich der Entwicklung von KI-Instrumenten, mit denen nicht authentisches Verhalten, Deepfakes und Datenschutzrisiken gemeldet werden können, um Hassrede zu bekämpfen.

An dem Hackathon nahmen 20 Teams mit 71 Teilnehmenden aus Albanien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Georgien, Irland, Italien, der Republik Moldau, Polen, Rumänien, Serbien, Tschechien, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern teil, wobei Frauen rund 31 % ausmachten, was weit über dem Durchschnitt der Technologiebranche liegt.

Die Teilnehmenden wurden von erfahrenen Mentoren aus den Bereichen Technologie, Recht und Zivilgesellschaft unterstützt, um sicherzustellen, dass Lösungen sowohl auf technischen Möglichkeiten als auch auf demokratischen Werten basieren.

Diese Initiative ist Teil der umfassenderen Konsultation des Neuen Demokratischen Pakts für Europa, die darauf abzielt, politische Empfehlungen und Instrumente zur Bekämpfung des demokratischen Rückschritts zu ermitteln.


 Rede des Generalsekretärs [EN]

 Neuer Demokratischer Pakt für Europa [EN]

 Generalsekretär Alain Berset [EN]

 Woche gegen Hassrede [EN]


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