Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat ihre Besorgnis über die Verbreitung von Geschlechterstereotypen in öffentlichen Kommunikationsräumen, einschließlich Presse, Radio und Fernsehen, sowie Online-Plattformen und Sozialen Netzwerken, zum Ausdruck gebracht.
Frauen mit dunkler Hautfarbe und LGBTQ+-Frauen häufiger stereotypisiert
Geschlechterstereotype, die allzu oft verharmlost und unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung toleriert werden, sind ein Hindernis für die Gleichstellung der Geschlechter, untergraben die Stärkung der Stellung der Frau und schaden Knaben und Männern, indem sie ihnen Stereotype männlicher Rollen vorgeben, denen zu entsprechen sie sich gezwungen fühlen, betonten die Abgeordneten.
Diese Stereotype würden oft durch Intersektionalität verschärft, so die Versammlung, wobei Frauen aus Minderheitengruppen und lesbische, bisexuelle und Transgender-Frauen überproportional ins Visier genommen würden und Transgender-Frauen Opfer schwerer Formen der Stereotypisierung seien.
Wie kann man Geschlechterstereotype beseitigen?
Die Parlamentarische Versammlung verabschiedete eine Entschließung auf der Grundlage des Berichts von Jewgenija Krawtschuk (Ukraine, ALDE) und schlägt darin eine Reihe von Maßnahmen zur Beseitigung von Geschlechterstereotypen in den Medien vor, die Bildung, Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, Online-Plattformen und Technologieunternehmen sowie Forschung und Datenerhebung umfassen.
Der Versammlung zufolge sollten insbesondere Medienkompetenzprogramme auf allen Bildungsebenen entwickelt und sollte „eine kritische Analyse von Geschlechterstereotypen in traditionellen und digitalen Medien“ in die Schullehrpläne aufgenommen werden.
Darüber hinaus empfiehlt die Parlamentarische Versammlung landesweite Sensibilisierungskampagnen – mit Schwerpunkt auf Jugendlichen – und fordert, dass Social-Media-Plattformen „transparente und aktuelle Community-Richtlinien ausarbeiten, die geschlechtsspezifische Belästigung und sexistische Hassrede verbieten“.
Schließlich sollten laut der verabschiedeten Entschließung Medienorganisationen, Journalistenverbände, die Werbebranche und andere Bereiche der Kulturwirtschaft „Ethikkodizes und Selbstregulierungsmechanismen annehmen, die Geschlechterstereotype und sexistische Darstellungen ausdrücklich ablehnen“.

