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Inhaftierungsrate in Europa sinkt laut einer Studie des Europarates

Europarat Straßburg 2. April 2019
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„Curabilis“, eine geschlossene Massnahmenvollzugsanstalt im Kanton Genf (Schweiz); © Kanton Genf

„Curabilis“, eine geschlossene Massnahmenvollzugsanstalt im Kanton Genf (Schweiz); © Kanton Genf

Die Inhaftierungsrate ist zwischen 2016 und 2018 in Europa insgesamt um 6,6 % gesunken, und zwar von 109,7 auf 102,5 Insassen pro 100 000 Einwohner: So lautet eine Erkenntnis der jährlichen Strafstatistik des Europarates (SPACE) für das Jahr 2018, die heute veröffentlicht wurde (siehe auch die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse).

Der Rückgang setzt eine Entwicklung fort, die 2012 begann: Seitdem sinkt die Inhaftierungsrate, wofür vor allem die Länge der Freiheitsstrafen verantwortlich ist. Die Abnahme der Inhaftierungsrate im Zuständigkeitsbereich von 27 Gefängnisbehörden im Jahr 2018 geht in Europa insgesamt mit einem Rückgang der durchschnittlichen Länge der Inhaftierung (von 8,8 auf 8,2 Monate [−6,8 %]) einher. Der Prozentanteil der Untersuchungshäftlinge stieg dagegen von 17,4 % auf 22,4 % der gesamten Gefängnispopulation.

In diesen Ländern sank die Inhaftierungsrate am stärksten: Rumänien (−16 %), Bulgarien (−15 %), Norwegen (−11,6 %), Finnland (−9,9 %), Nordmazedonien (−9,7 %), Armenien (−8,7 %), Lettland (−8,4 %), Luxemburg (−7,1 %), Estland (−5,7 %) und Zypern (−5,5 %). Am stärksten gestiegen ist die Inhaftierungsrate in Island (+25,4 %), Italien (+7,5 %), den Niederlanden (+5,9 %), Dänemark (+5,8 %) und Montenegro (+5,5 %).

Länder mit besonders hohen Inhaftierungsraten waren weiterhin die Russische Föderation (418,3 Insassen pro 100 000 Einwohner), Georgien (252,2), Aserbaidschan (235), Litauen (234,9), die Republik Moldau (215,2), die Tschechische Republik (208,8), Lettland (194,6), Polen (194,4) und Estland (191,4). Ohne Länder mit weniger als 300 000 Einwohnern zu berücksichtigen, wurden die niedrigsten Inhaftierungsraten in Island (46,8), Finnland (51,1), den Niederlanden (54,4), Schweden (56,5), Dänemark (63,2), Slowenien (61,1) und Norwegen (65,4) festgestellt.

 

Infografik:

 


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