In Straßburg hat heute „Hack den Hass 2026“ begonnen, eine Leuchtturmveranstaltung des Europarates, die den jährlichen Demokratie-Hackathon und die „Woche gegen Hassrede“ vereint. Daran nehmen politisch Verantwortliche, Personen aus der Zivilgesellschaft und innovative junge Menschen teil, um Hassrede, Diskriminierung und digitalen Herausforderungen zu begegnen.
Die Veranstaltung findet vom 17. bis 19. Juni statt und ist zentraler Bestandteil der umfassenderen Konsultation für den Neuen Demokratischen Pakt für Europa, der darauf abzielt, auf den demokratischen Rückschritt zu reagieren und die Demokratie zu erneuern, sodass sie vertrauenswürdig, innovativ und für alle von Bedeutung ist. Die Ergebnisse des Demokratie-Hackathons werden direkt in diesen europaweiten Prozess einfließen und dazu beitragen, die Grundlagen der Demokratie zu stärken und ihren Nutzen für kommende Generationen zu steigern.
Hacking-Höhepunkte am Eröffnungstag
Mit seiner Begrüßungsrede am Vormittag, die ein vielfältiges Publikum vor Ort und online verfolgte, setzte der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, den Grundton:
„Demokratie ist der ursprüngliche Hack“, erklärte er. „Während des größten Teils der Geschichte gehörte die Macht den Wenigen. Die Demokratie brach die Situation auf, schrieb den Code um und übergab ihn den Vielen. Aber jeder Code hat einen Schwachpunkt: Jener der Demokratie ist der Hass.“
„Hass füllt den Raum, der entsteht, wenn das Gespräch abbricht. Diesen Raum wieder aufzubauen, ist genau das, worauf der Neue Demokratische Pakt für Europa abzielt. Dabei steht die demokratische Sicherheit auf dem Spiel, die Europas erste Verteidigungslinie ist“, so der Generalsekretär.
Am Nachmittag forderte der Autor Giuliano da Empoli die Teilnehmenden in einem ansprechenden Vortrag auf, die Schnittstellen von Narrativ, Fehlinformation und demokratischer Widerstandsfähigkeit zu überdenken:
„Das eigentliche Problem sind Recht und Regulierung. Die Technologie selbst zu bekämpfen, wäre so, als ob man die Elektrizität bekämpft. Die eigentliche Frage ist, wie wir sie regulieren. Da sich Demokratie, öffentliche Debatte und politisches Leben vom physischen in den digitalen Raum verlagern, stellt sich die Frage, ob wir den Willen haben, Regeln, Rechte und Rechenschaftspflicht für alle anzuwenden, wenn wir uns in diesen neuen Raum bewegen.“
Hackathon-Aufgaben und Teams
Für den diesjährigen Hackathon haben sich interdisziplinäre Teams aus ganz Europa gebildet, die sich mit dringenden, realen digitalen Fragen befassen, darunter:
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Echtzeit-KI-Instrumente zur Erkennung und Bekämpfung von Hassrede,
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Unterstützungs- und Melde-Apps für Opfer von Hass,
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Plattformen für politische Bildung, die Online-Resilienz und Dialog fördern,
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Lösungen zur Bekämpfung von Desinformation und zur Förderung verifizierter Inhalte.
Die 20 Teams umfassen 71 Teilnehmende aus Rumänien, Italien, dem Vereinigten Königreich, Polen, Ungarn, Dänemark, Finnland, Albanien, der Türkei, Irland, der Tschechischen Republik, Serbien, Frankreich, Georgien und Zypern, wobei Frauen rund 31 % der Teilnehmenden ausmachen, was weit über dem Durchschnitt der Technologiebranche liegt. Für den Wettbewerb meldeten sich 467 Personen und 130 Teams aus 28 Ländern an. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren haben sich 20 „A-Klasse-Teams“ – jeweils fünf in jeder der vier Wettbewerbskategorien – für das Finale qualifiziert.
Die Teilnehmenden werden von erfahrenen Mentoren aus den Bereichen Technologie, Recht und Zivilgesellschaft unterstützt, um sicherzustellen, dass Lösungen sowohl auf technischen Möglichkeiten als auch auf demokratischen Werten basieren.
Workshops und Entwicklung von Projekten für Demokratie
Zu den Höhepunkten von morgen gehört die Sitzung „Stimmen im Visier: Hassrede gegen Journalistinnen“, die darauf abzielt, Erfahrungsberichte aus erster Hand und die neuesten Forschungsergebnisse zu nutzen, um praktische Antworten zu finden. Es folgt eine Plenarsitzung zum Internationalen Tag für die Bekämpfung von Hassrede, auf der das Engagement des Europarates für die Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen bekräftigt werden soll.
Im Mittelpunkt weiterer Podiumsdiskussionen und Treffen, die nur auf Einladung zugänglich sind, steht die Stärkung der gemeinsamen Reaktion Europas auf Hass und Extremismus.
Hackathon-Finale: „Höhle des Löwen“, Preise und hochkarätige Jury
Am 19. Juni um 10:30 Uhr präsentieren vier Hackathon-Finalistenteams ihre Lösungen in einer „Höhle-des Löwen-Sitzung“ vor einer Jury aus auf ihrem Gebiet herausragenden Führungskräften, darunter:
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der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset,
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die stellvertretende Vorsitzende des Sonderausschusses der Parlamentarischen Versammlung des Europarates zum Neuen Demokratischen Pakt, Lisa Jasko,
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Rareș Voicu, Präsident des Europäischen Jugendforums,
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Maya Lahav, Computerkriminologin an der Universität Oxford,
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Ayisha Piotti, weltweit anerkannte unabhängige Expertin für KI-Politik.
Wie die Organisatoren betonten, ist die Auswahl unter hervorragenden Ideen nie einfach. Die Gewinner erhalten (insgesamt) umfangreiche Fördermittel für die Weiterentwicklung, darunter:
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einen Entwicklungszuschuss des Europarates in Höhe von EUR 15.000,
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Azure-Technologiezuschüsse von Microsoft in Höhe von bis zu USD 50.000 für alle vier Wettbewerbskategorien.
Diese Preise, die gemeinsam von Microsoft und dem Europarat gesponsert werden, würdigen herausragende Leistungen im Bereich Civic Tech und deren praktische Auswirkungen.
Weitere Informationen zum Neuen Demokratischen Pakt für Europa [EN]

