Der Europarat hat bei der dritten Verleihung seiner Preise für herausragende journalistische Leistungen (Journalism Excellence Awards) fünf Journalistinnen und Journalisten für ethische Berichterstattung über Roma und Fahrende sowie für die Bekämpfung von Antiziganismus durch die Medien ausgezeichnet.
Mit den Preisen wird herausragender Journalismus gewürdigt, der Vorurteile gegenüber Roma und Fahrenden und ihre Diskriminierung bekämpft und gleichzeitig deren Erfahrungen, Geschichte und Beiträge zur Gesellschaft hervorhebt.
Berichterstattung über Roma und Fahrende: Preistragende
Preis für investigativen Journalismus
Adam Charlton für „Ist dies die letzte ‚akzeptable‘ Form des Rassismus?“. Der Beitrag deckt die Diskriminierung auf, der Roma-Gemeinschaften im Vereinigten Königreich ausgesetzt sind, sowie die strukturellen Hindernisse, denen sie im Alltag weiterhin begegnen.
Preis für das beste Interview
Jana Baudyšová für „Der Kongress in London vereinte Roma aus aller Welt, erinnert sich sein künstlerischer Leiter, Journalist, Manager und Aktivist Tore-Jarl Bielenberg“, worin die Entstehung und Bedeutung des Ersten Weltkongresses der Roma dokumentiert werden.
Preis für Roma-Geschichte und Holocaust-Gedenken
Angesichts der außergewöhnlichen Qualität und des gesellschaftlichen Werts der eingereichten Beiträge vergibt die Jury in dieser Kategorie zwei Preise:
Paula Szewczyk für „Wir haben uns verkleidet, um nicht wie Roma auszusehen. Wenn die Deutschen einen Rock sahen, schossen sie sofort“, worin die Verfolgung und Vernichtung der polnischen Roma während der Nazizeit sowie die anhaltende Nichtanerkennung dieser Verbrechen beleuchtet werden.
Višnja Višnjić Milić für „Porajmos – Das Leiden der Roma im Zweiten Weltkrieg“, worin die Verfolgung und der Völkermord an den Roma im besetzten Serbien dokumentiert werden und zu einem stärkeren öffentlichen Bewusstsein und zur Erinnerung an den Roma-Holocaust aufgerufen wird.
Preis für junge Journalisten
Eftychia Soufleri für den Dokumentarfilm „Roma auf TikTok: Wie ihr Leben viral ging“, der sich mit der Sichtbarkeit von Roma-Gemeinschaften auf TikTok in Griechenland sowie mit den übergeordneten Fragen der Repräsentation und der digitalen Teilhabe auseinandersetzt.
Verständnis fördern, Hass bekämpfen
Im Rahmen einer Feierstunde im Hauptsitz des Europarates in Straßburg überreichten der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, und der Generaldirektor des monegassischen Innenministeriums, Frédéric Fautrier, als Vertreter des monegassischen Vorsitzes im Ministerkomitee die Auszeichnungen am Rande der „Woche gegen Hassrede 2026“ und der zweiten Ausgabe des Hackathons „Hack den Hass, erneuere die Demokratie“. Während der Zeremonie erklärte Generalsekretär Berset:
„Die heutigen Preistragenden bringen Komplexität zurück, wo andere nur Stereotypen sehen. Sie sorgen dafür, dass Rassismus und Antiziganismus nicht mehr ignoriert werden können. Und durch sie hören wir die Roma und Fahrenden mit ihren eigenen Worten – und erkennen deutlicher ihren rechtmäßigen Platz in der gemeinsamen Geschichte Europas.“
Die Initiative ist Teil der Strategie des Europarates zur Inklusion von Roma und Fahrenden (2026–2030), in der die wichtige Rolle der Medien bei der Bekämpfung von Antiziganismus und der Förderung von Gleichberechtigung, Menschenwürde und sozialer Inklusion hervorgehoben wird.
Weitere Informationen über die Preise für herausragende journalistische Leistungen [EN]

