Bei der Eröffnung einer informellen Konferenz der für die Rechte des Kindes zuständigen Ministerinnen und Minister hat der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, das Engagement der Organisation für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt bekräftigt. Die Konferenz findet anlässlich des 15. Jahrestags des Inkrafttretens der Lanzarote-Konvention des Europarates statt.
„Auch nach 15 Jahren ist die Lanzarote-Konvention der einzige rechtsverbindliche Vertrag, in dessen Mittelpunkt der Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch steht“, erklärte der Generalsekretär. „Die Bedrohungen haben sich geändert, aber unsere Verantwortung ist dieselbe geblieben. Wir müssen die Lücke zwischen Recht und Praxis mit der Dringlichkeit überbrücken, die unsere Kinder verdienen.“
Seitdem die Lanzarote-Konvention 2010 in Kraft getreten ist, wurden echte Fortschritte erzielt, stellt Berset fest. Mehr als die Hälfte der Mitgliedsstaaten des Europarates haben das Modell Barnahus („Haus der Kinder“) eingeführt, das Polizei, Staatsanwaltschaft, Gesundheitsfachpersonen, Psychologie und Kinderschutzdienste in einem einzigen, kindgerechten Rahmen zusammenfasst, sodass die Opfer ihre Geschichte nur einmal erzählen müssen und keine weiteren Traumata erleiden. Die Verjährungsfristen für Sexualstraftaten gegen Kinder wurden in mehreren Staaten verlängert oder abgeschafft. Gleichwohl bestehen weiterhin erhebliche Probleme, die gelöst werden müssen. (weiter)
Rede von Generalsekretär Alain Berset [EN]
Informelle Ministerkonferenz [EN]

