Rund 500 Fachleute auf dem Gebiet der Computerkriminalität aus mehr als 100 Ländern, von internationalen Organisationen, aus dem Privatsektor, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft nehmen in Straßburg an der Octopus-Konferenz 2026 des Europarates teil. In diesem Jahr, in dem auch der 25. Jahrestag der Zeichnungsauflegung des Übereinkommens über Computerkriminalität begangen wird, findet die Konferenz von 14. bis 16. Oktober statt.
Die Konferenz bietet eine globale Plattform, auf der die seit 25 Jahren laufende Umsetzung des Übereinkommens und sein Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit ebenso erörtert werden wie die Probleme, denen die Systeme zur Bekämpfung der Computerkriminalität in den kommenden Jahren gegenüberstehen werden.
Kriminalität profitiert von Lücken zwischen Justizsystemen
„Jeder Cyberangriff trifft über sein direktes Opfer hinaus die Institutionen, Rechte und das Vertrauen, die das Fundament einer freien Gesellschaft bilden. Die Kriminalität profitiert von den Lücken zwischen den Rechtssystemen, der gemeinsame Rechtsraum des Europarates trägt aber dazu bei, diese Lücken zu schließen“, erklärte der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, bei der Eröffnung der Konferenz.
„Das Übereinkommen bleibt ein operatives Instrument und ungeachtet der technischen und geopolitischen Entwicklungen vollumfänglich relevant“, so der monegassische Staatssekretär für Justiz, Samuel Vuelta Simon. „Die Bekämpfung von Computerkriminalität erfordert eine schnelle und wirksame Reaktion, die es ermöglichen muss, unter Einhaltung des geltenden Rechts Beweise zu sichern und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen“, fügte er hinzu.
Eine Plattform für Zusammenarbeit zur Ermittlung politischer Lücken
Im Mittelpunkt der Debatten stehen die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Computerkriminalität, Menschenhandel und Online-Betrugsfabriken sowie die Zusammenarbeit mit Online-Diensteanbietern im Rahmen des Zweiten Zusatzprotokolls zum Übereinkommen über Computerkriminalität betreffend die Verstärkung der Zusammenarbeit und der Weitergabe von elektronischem Beweismaterial und der EU-Regelungen für elektronische Beweismittel. (weiter)
Rede von Generalsekretär Alain Berset [EN]
Rede des monegassischen Staatssekretärs für Justiz, Samuel Vuelta Simon [FR]
Download the study: Cybercrime, electronic evidence and artificial intelligence
Weitere Informationen über die Arbeit des Europarates zur Bekämpfung von Kriminalität in Europa

