Die heute veröffentlichte Jahresstrafstatistik des Europarates zur Gefängnispopulation (SPACE I) für 2025 zeigt, dass es vielen europäischen Ländern nicht gelingt, das gravierende Problem der Überbelegung von Gefängnissen, mit dem sie konfrontiert sind, zu lösen. In zahlreichen anderen Staaten sind die Gefängnisse aufgrund des Anstiegs der Gefängnispopulation in den vergangenen Jahren nahezu ausgelastet. Gleichzeitig zeigt die Erhebung, dass der Anteil älterer Menschen in Haft zunimmt, was in Zukunft zu operativen und politischen Schwierigkeiten für die Strafvollzugssysteme führen könnte, und dass der Anteil von Frauen in Haft leicht gestiegen ist.
Insgesamt stieg in Europa die Zahl der Inhaftierten pro 100 verfügbare Plätze zwischen dem 31. Januar 2024 und dem 31. Januar 2025 von 94,7 auf 95,2, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gab. In Ländern mit mehr als 500.000 Einwohnern meldeten 14 Strafvollzugssysteme, dass sie mehr Inhaftierte als verfügbare Plätze haben. Die Zahl der Strafvollzugsbehörden, die eine starke Überbelegung meldeten, erhöhte sich von sechs im Januar 2024 auf neun im Januar 2025: die Türkei und Frankreich (beide mit 131 Inhaftierten pro 100 Plätze), Kroatien (123), Italien (121), Malta (118), Zypern (117), Ungarn (115), Belgien (114) und Irland (112).
Fünf Strafvollzugsbehörden meldeten eine mäßige Überbelegung: Finnland (110), Griechenland (108), Schottland (Vereinigtes Königreich) (106), Nordmazedonien (104) und Schweden (103). Darüber hinaus waren die Einrichtungen von neun Strafvollzugsbehörden voll ausgelastet oder fast voll ausgelastet: Rumänien (100), Portugal (99), Aserbaidschan (98), England und Wales (Vereinigtes Königreich) (96), Serbien (96), Tschechien (95), Niederlande (95), Dänemark (95) und Schweiz (95). (weiter)
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Die SPACE-Erhebungen werden jährlich von der Universität Lausanne für den Europarat durchgeführt. Die SPACE-I-Erhebung erfasst Informationen, die von den Strafvollzugsbehörden der Mitgliedsstaaten des Europarates übermittelt werden, während sich die SPACE-II-Erhebung auf Personen konzentriert, die von Bewährungshilfeeinrichtungen betreut werden.
Anmerkungen
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An der SPACE-I-Erhebung 2025 nahmen die 51 Strafvollzugsbehörden der Mitgliedsstaaten des Europarates teil.
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Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Daten auf den Stand vom 31. Januar 2025. Bei Extremwerten (z. B. Strafvollzugsbehörden mit außergewöhnlich niedrigen oder hohen Quoten) werden die Daten als Medianwerte angegeben, die zuverlässiger sind als Durchschnittswerte, da sie weniger empfindlich auf Extremwerte reagieren.
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In Bezug auf die Gefängnisbelegungsdichte ist zu beachten, dass Länder, in denen die Zahl der Inhaftierten unter ihrer Gesamtkapazität liegt, dennoch in bestimmten Haftanstalten eine Überbelegung aufweisen können.
Wichtigste Schlussfolgerungen des Berichts [EN]
Vollständiger Bericht über Europas Gefängnisse [EN]
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