Zurück Es schadet der Demokratie, wenn Frauen im öffentlichen Leben zum Schweigen gebracht werden

Stellvertretender Generalsekretär hält Rede auf Konferenz in Malta über die wachsenden Probleme im Bereich der Gleichstellung von Männern und Frauen
Es schadet der Demokratie, wenn Frauen im öffentlichen Leben zum Schweigen gebracht werden

Bei der Eröffnung der Jahreskonferenz der Kommission für Geschlechtergleichstellung hat der Stellvertretende Generalsekretär des Europarates, Bjørn Berge, betont, dass „lediglich 27 Länder weltweit eine Frau an der Spitze des Staates oder der Regierung haben und 103 Länder noch nie eine Frau an die Spitze ihrer Exekutive gestellt haben. Und selbst wenn Frauen Ministerämter bekleiden“, so der Stellvertretende Generalsekretär weiter, „werden sie meist von strategischen Ressorts wie Verteidigung, Außenpolitik oder Finanzen ferngehalten. Es gibt nicht nur keine Fortschritte, sondern sogar Rückschritte in Bezug auf die Gleichstellung von Männern und Frauen.“

Obwohl Fortschritte in Sachen Geschlechtergleichstellung erzielt wurden, sind Frauen in der Politik weiterhin unverhältnismäßig stark von Belästigung, Ausgrenzung und Gewalt betroffen. Quoten und Antidiskriminierungsgesetze haben zwar dazu beigetragen, den Anteil von Frauen im öffentlichen Leben zu erhöhen, gleichwohl bestehen weiterhin Probleme. Sexismus und Gewalt, sowohl on- als auch offline, sind nach wie vor Faktoren, die Frauen davon abhalten, in die Politik zu gehen oder ihre Ämter weiter auszuüben. Diese Bedrohungen stellen nicht nur eine Verletzung der Menschenrechte dar, sondern untergraben auch die Grundlagen der demokratischen Regierungsführung.

„Technische Fortschritte und künstliche Intelligenz führen zu einem exponentiellen Anstieg von Einschüchterung, Demütigung und Desinformation gegenüber Frauen“, fuhr Berge fort. „Es handelt sich nicht mehr um Flüstern in den Fluren, sondern um manipulierte Videos oder Fotos, die innerhalb von Sekunden viral gehen. Wir können nicht behaupten, dass wir in einer echten Demokratie leben, wenn die Hälfte der Bevölkerung keinen gleichberechtigten Zugang zum öffentlichen Leben hat, Gewalt erleidet oder zum Schweigen gebracht wird.“

Konferenz unter maltesischem Vorsitz

An der Konferenz, die am 17. und 18. September im Verdala-Palast in Siġġiewi in Malta stattfindet, nehmen rund 120 Entscheidungsträgerinnen und -träger, Fachleute, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie Jugendverantwortliche teil, die sich unter anderem mit technologiegestützter Gewalt befassen, insbesondere mit Desinformationskampagnen, den Gefahren von Deepfakes und KI-gestütztem Mobbing, von dem Frauen in Führungspositionen überproportional betroffen sind. Die Konferenz findet im Rahmen des maltesischen Vorsitzes im Ministerkomitee statt.

Neben Berge hielten heute auch die maltesische Staatssekretärin für Reformen und Gleichstellung, Rebecca Buttigieg, und die ehemalige EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, eine Rede.


 Website des Neuen Demokratischen Pakts für Europa [EN]

 Konferenz: Bekämpfung von Sexismus und Gewalt gegen Frauen: Ein entscheidender Schritt in Richtung gleichberechtigter Teilhabe [EN]

 Maltesischer Vorsitz [EN]

 Strategie des Europarates zur Gleichstellung der Geschlechter 2024–29 [EN]

 Malta: Stellvertretender Generalsekretär hält Rede auf Konferenz über Desinformation

 Stärkung der Jugend im Bereich digitale Sicherheit

 Rede des Stellvertretenden Generalsekretärs, Bjørn Berge [EN]


 

Stellvertretender Generalsekretär Siġġiewi (Malta) 17. September 2025
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