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Wenn wir eine offene, tolerante und inklusive Gesellschaft möchten, ist Bildung unverzichtbar

Generalsekretärin Paris 26. November 2019
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Wenn wir eine offene, tolerante und inklusive Gesellschaft möchten, ist Bildung unverzichtbar

Die Generalsekretärin des Europarates, Marija Pejčinović Burić, hat in einer Rede im Rahmen der Sitzung der europäischen Minister/innen für Bildung und Erziehung am 26. November in Paris unterstrichen, wie wichtig es ist, die Erziehung der Bevölkerung zur digitalen Mündigkeit und den Geschichtsunterricht in Europa zu fördern.

Ausgewählte Passagen ihrer Rede:

„Als der Europarat vor 70 Jahren gegründet wurde, geschah dies in der tiefen Überzeugung, dass man die Lehren aus der Vergangenheit ziehen und Maßnahmen treffen muss, um eine bessere Gegenwart und Zukunft sicherzustellen.

Wenn wir eine offene, tolerante und inklusive Gesellschaft möchten, ist Bildung unverzichtbar. Darum unterstützt der Europarat seit Langem vielfältige Bildungsinitiativen. Ein Schlüsselelement ist diesbezüglich die Charta des Europarates zur politischen Bildung und Menschenrechtsbildung.

Der Kompetenzrahmen des Europarates für eine demokratische Kultur definiert konkrete Kompetenzen, die junge Menschen benötigen, um das Leben in der Gesellschaft zu verstehen und sich daran zu beteiligen.

Doch in einer Welt, die immer stärker durch Digitalisierung geprägt ist, müssen wir gewährleisten, dass die politische Bildung vollständig unseren Zielen dient. In der digitalen Welt können die Menschen mit Missbrauch, Verbrechen und Falschinformationen konfrontiert sein – und junge Menschen sind dabei besonders gefährdet. Wie können wir also die Kompetenzen für eine demokratische Kultur auch in der digitalen Welt stärken?

Vor Kurzem hat das Ministerkomitee eine Empfehlung verabschiedet, die darauf abzielt, die Erziehung der Bevölkerung zur digitalen Mündigkeit zu entwickeln und zu fördern. Sie ruft untere anderem die Mitgliedsstaaten dazu auf, ihre Gesetze, Strategien und Praktiken zu überprüfen und die Lehrkräfte und anderen Bildungsfachleute diesbezüglich zu schulen.

Bereits im Europäischen Kulturabkommen, das 1954 in Paris zur Zeichnung aufgelegt wurde, wird auf den Geschichtsunterricht Bezug genommen. Er ist eine der Erfolgsgeschichten des Europarates.

Angesichts des Anstiegs von Populismus und Fremdenfeindlichkeit in Europa hat der Geschichtsunterricht eine willkommene, ausgleichende Wirkung im Bildungsumfeld. Darum werden wir unseren Ansatz für den Geschichtsunterricht revitalisieren; dieser Prozess wurde bereits in Gang gesetzt. Nunmehr möchten wir den Zusammenhang zwischen Geschichtsunterricht und demokratischer Kultur stärken.

Ohne Kenntnis der Geschichte läuft man Gefahr, dass man nicht versteht, was vor sich geht, wenn es keine Demokratie mehr gibt, keine Menschenrechte, keine Achtung der Menschenwürde, keine Menschlichkeit. Ohne Kenntnis der Geschichte laufen die jungen Menschen Gefahr, zur leichten Beute jener zu werden, die Vorurteile, Spaltung und Hass verbreiten.“

Bei einer im Rahmen des französischen Vorsitzes im Ministerkomitee organisierten Sitzung diskutieren die Minister/innen für Bildung und Erziehung der Organisation (*) über Fragen der Ethik beim Einsatz digitaler Hilfsmittel, über die Erziehung zu kritischem Denken und über das Projekt der Schaffung einer Beobachtungsstelle für den Geschichtsunterricht in Europa.

 

(*) Minister/innen der 50 Vertragsstaaten des Europäischen Kulturabkommens (die 47 Mitgliedsstaaten des Europarates, Weißrussland, Kasachstan und der Heilige Stuhl).


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