Bei der heutigen Abschlusssitzung des Weltforums für Demokratie hat der Europarat bekannt gegeben, dass der Gewinner des Preises für demokratische Innovation 2025 die Initiative „MyPolis Citizenship Agents” aus Portugal ist, ein Bildungsprojekt, das darauf abzielt, das bürgerschaftliche Engagement durch ein Virtual-Reality-Spiel zu fördern.
Der Stellvertretende Generalsekretär, Bjørn Berge, gratulierte dem Gewinner des diesjährigen Preises für demokratische Innovation und sprach auch den drei Finalisten sowie allen, die ihre Ideen in Straßburg vorgestellt hatten, seine Glückwünsche aus. „Für mich sind Sie alle Gewinner!“, sagte er.
Von der virtuellen Realität zur realen Bürgerbeteiligung
Das Projekt „MyPolis Citizenship Agents“, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms „Bürgerinnen und Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte“ (CERV) finanziert wird, zielt darauf ab, Kinder und junge Menschen in ganz Europa zu befähigen, Herausforderungen in ihren lokalen Gemeinschaften zu erkennen, sinnvolle Lösungen vorzuschlagen und sich aktiv am demokratischen Leben zu beteiligen. Mithilfe interaktiver Tools – darunter ein motivierendes Brettspiel und eine strukturierte Methodik – setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Themen der Staatsbürgerschaft auseinander.
Das Projekt fördert demokratisches Engagement und befasst sich mit Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit, Solidarität, Medienkompetenz und Falschinformation. Mit dem Brettspiel „Citizenship Agents“ schlüpfen Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte in die Rolle von Bürgervertreterinnen und -vertretern, beschäftigen sich mit Bedrohungen und entwickeln Vorschläge zur Verbesserung ihrer Gemeinschaft, wodurch sie Eigenverantwortung sowie Verantwortung für diese übernehmen.
Vor Kurzem hat MyPolis seine Mission und Erfahrung erweitert und andere Länder dazu aufgefordert, Demokratie attraktiver und unterhaltsamer zu gestalten.
Durch die Übersetzung des Spiels in mehrere Sprachen und die Zusammenarbeit mit 11 Partnern zur kulturellen Anpassung und Umsetzung stärkt das Projekt Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und politische Vertreterinnen und Vertreter in Spanien, Italien, Ungarn, Polen und Belgien. Das letztendliche Ziel ist es, ihre Fähigkeit zu verbessern, partizipative Sitzungen („Versammlungen“) innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaften abzuhalten und so eine partizipative Demokratie und eine bessere Integration in die Gesellschaft zu gewährleisten.
Finalisten
Von den 21 Ideen, die auf dem Forum diskutiert wurden, kamen drei in die Endauswahl für die finale Abstimmung:
- VoiceYouthFem, Kamerun (Sitzung 2: Lokale Initiativen zur Neubelebung der Demokratie)
- parlament.fyi (for your information), Österreich (Sitzung 3: KI und Demokratie)
- MyPolis Citizenship Agents, Portugal (Sitzung 6: Lernen, spielen, beraten – junge Menschen auf partizipative Demokratie vorbereiten).
„Auf diesem 13. Weltforum für Demokratie haben wir gefragt: ‚Wie können wir die Demokratie neu beleben?‘ Ich sage: ‚Die Antwort liegt genau hier in diesem Raum.‘ Denn nur wenn wir einander zuhören, können wir besser verstehen, was wir gemeinsam tun müssen, um die Demokratie zu stärken und neu zu beleben“, so Berge, der auch die Abschlussrede hielt.
Das Forum in Straßburg brachte 1.200 Teilnehmende aus 80 Ländern weltweit zusammen.

