Unter der Schirmherrschaft des luxemburgischen Vorsitzes im Ministerkomitee begeht die Europäische Vereinigung für die Bewahrung und Förderung von Kultur und Erbe des Judentums (AEPJ) im Europarat in Straßburg ihr 20-jähriges Bestehen. Ziel der Veranstaltung ist es, das Engagement der Vereinigung zum Schutz und zur Förderung des Reichtums und der Vielfalt des jüdischen Erbes in ganz Europa zu unterstreichen, das als Kulturroute des Europarates anerkannt ist.
Der Präsident der AEPJ, François Moyse, erklärte bei der Begrüßung der Teilnehmenden: „In diesen zwei Jahrzehnten haben wir auf dem gesamten europäischen Kontinent Brücken zwischen Kulturen und Generationen gebaut, von Spanien nach Polen, von Italien nach Litauen. Dieses Datum ist mehr als nur ein feierlicher Anlass, es ist eine Anerkennung der gemeinsamen Anstrengungen, das jüdische Kulturerbe als festen Bestandteil der europäischen Kultur und unserer gemeinsamen Geschichte zu bewahren und zu fördern.“
Der Minister für Kultur des Großherzogtums Luxemburg, Eric Thill, bekräftigte sein Engagement dafür, dass die Kultur ein zentrales Thema des luxemburgischen Vorsitzes im Europarat ist: „Wir leben in einer Zeit, in der demokratische Werte unter Druck stehen, und genau deshalb ist die Erinnerungskultur heute so wichtig. Die Arbeit der AEPJ ist ein Beispiel dafür, wie das jüdische Kulturerbe in den Mittelpunkt des Handelns gerückt wird, und trägt nicht nur zur Bewahrung unserer gemeinsamen Geschichte bei, sondern auch zur Förderung von Toleranz und gegenseitigem Respekt.“
Der Stellvertretende Generalsekretär des Europarates, Bjørn Berge, gratulierte der AEPJ zu ihrem 20-jährigen Bestehen und erinnerte daran, dass die Europäische Route des jüdischen Erbes heute Mitglieder aus 24 europäischen Ländern vereint, darunter lokale, nationale und internationale Kultur- und Kulturerbeeinrichtungen. „Sie bietet uns Möglichkeiten zum Lernen, für den interkulturellen Dialog und zum Aufbau eines gemeinsamen Geschichtsverständnisses. Die Vereinigung leistet außergewöhnliche Arbeit, um die jüdische Kultur zu bewahren und zu fördern – nicht nur, um sie am Leben zu erhalten, sondern auch, um sie zu erneuern und ihr neue Impulse zu verleihen. Genau zu diesem Zweck wurden die Kulturrouten des Europarates ins Leben gerufen.“
Das Programm umfasste ein Diskussionsrunde zum mittelalterlichen jüdischen Kulturerbe in Europa, an der renommierte Sachverständige teilnahmen, sowie zusätzliche Aktivitäten, welche die Fülle und Lebendigkeit der jüdischen Kultur aufzeigten. Unter den weiteren Vortragenden waren Gabrielle Rosner-Bloch, Regionalrätin für Kultur und Kultus der Region Grand Est in Frankreich, und Catherine Trautmann, frühere französische Kulturministerin und Stadträtin in Straßburg.
Rede des Stellvertretenden Generalsekretärs, Bjørn Berge [EN]

