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Ägäische Inseln: Griechenland muss Asylsuchende dringend auf das Festland bringen und ihre Lebensbedingungen verbessern

Menschenrechtskommissarin Straßburg 31. Oktober 2019
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©Giorgos Moutafis

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„Die Lage von Migrantinnen und Migranten, einschließlich Asylsuchender, auf den griechischen Ägäis-Inseln hat sich in den letzten 12 Monaten dramatisch verschlechtert. Dringende Maßnahmen sind nötig, um den unerträglichen Lebensbedingungen Tausender Menschen zu begegnen“, erklärte heute die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatović, am Ende eines fünftägigen Besuchs in Griechenland, bei dem sie die Aufnahmeeinrichtungen auf Lesbos und Samos und in Korinth aufsuchte.

Die Kommissarin ist entsetzt über die unhygienischen Zustände, in denen die Migrantinnen und Migranten auf den Inseln leben müssen. „Die Lage ist explosiv. In den stark überbelegten Lagern, die ich besuchte, besteht ein großer Mangel an medizinischer Versorgung und sanitären Einrichtungen. Die Menschen müssen sich stundenlang anstellen, um Nahrung zu erhalten oder –sofern verfügbar – eine Toilette benützen zu können. Auf Samos schlagen Familien an steilen Hängen Vertiefungen in den Felsen, um Platz für einen Unterstand zu schaffen, den sie oftmals aus selbst geschlagenen Bäumen zimmern. Das hat nichts mehr mit der Aufnahme von Asylsuchenden zu tun, das ist ein reiner Überlebenskampf.“

Positiv hob Mijatović die Stärke, die die Asylsuchendenden beweisen, und die Solidarität der Helferinnen und Helfer und der örtlichen Bevölkerung hervor, die versuchen, in den Lagern ein Mindestmaß an Würde wiederherzustellen. Die griechischen Behörden ruft die Kommissarin zu dringenden Maßnahmen auf, um die Grundbedürfnisse dieser Menschen zu decken und ihre Menschenrechte zu achten. „Wenn nicht umgehend und angemessen reagiert wird, führen diese katastrophalen Zustände in Kombination mit den bereits bestehenden Spannungen möglicherweise zu weiteren Tragödien“, fügte die Kommissarin hinzu.


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