„Angesichts der entsetzlichen Serie humanitärer Katastrophen im Mittelmeer muss Europa Entschlossenheit unter Beweis stellen und einen wirksamen Mechanismus schaffen, um die Überwachung und Rettungsoperationen in den betroffenen Meeresgebieten zu organisieren. Europa muss zudem mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten und sie bei der Aufnahme der auf ihrem Hoheitsgebiet ankommenden Migranten unterstützen“, so die dringende Forderung Jean-Claude Frécons, Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, als Reaktion auf die Schiffbrüche der vergangenen Tage.
„Wenn wir von diesen Tragödien hören, die sich nunmehr so unerträglich häufig ereignen, empfinden wir Entsetzen; doch wir müssen auch auf mehreren Ebenen – auf europäischer, nationaler, aber auch lokaler und regionaler – handeln und auf beiden Seiten des Mittelmeeres wirksame Strategien entwickeln, um diese Katastrophen zu verhindern. Wir rufen die Teilnehmer des EU-Sondergipfels am kommenden Donnerstag dazu auf, die Notwendigkeit von Gesprächen auf allen Ebenen zu berücksichtigen“, erklärte Frécon.
Der Kongress hat die 47 Mitgliedsstaaten des Europarates regelmäßig bezüglich der Dringlichkeit der Lage gewarnt, besonders angesichts der Konflikte und der politischen Instabilität und Unsicherheit im Nahen Osten und in Afrika südlich der Sahara. Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit den Bürgermeistern von Calais (Frankreich), Lampedusa (Italien) und Siirt (Türkei) am 24. März 2015 hob der Kongress die Rolle der lokalen Behörden hervor: Sie stehen bei der Aufnahme der Migranten an vorderster Front und sehen sich großen Problemen bei der Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich gegenüber. (mehr...)
Siehe auch:
Interview mit Giuseppina Nicolini, Bürgermeisterin von Lampedusa [it]
Interview mit Natacha Bouchart, Bürgermeisterin von Calais [fr]