Zurück Menschenhandel: Republik Moldau muss Präventionsmaßnahmen und Schutz gefährdeter Opfer verstärken

Menschenhandel: Republik Moldau muss Präventionsmaßnahmen und Schutz gefährdeter Opfer verstärken

Die Republik Moldau hat laut einem neuen Bericht der Expertengruppe des Europarates für die Bekämpfung des Menschenhandels (GRETA) in mehreren Bereichen im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Menschenhandels Fortschritte erzielt. Gleichwohl seien weitere Maßnahmen nötig, um Kinderhandel zu verhindern, den Opfern Hilfe zu leisten und sicherzustellen, dass Fälle von Menschenhandel wirksam untersucht werden.

Der Bericht deckt den Zeitraum 2020 bis 2025 ab und bewertet die Maßnahmen der Republik Moldau zur Vermeidung der Anfälligkeit für Menschenhandel, zur Erkennung und Unterstützung gefährdeter Opfer und zur Bestrafung der Tatpersonen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zur Begehung von Straftaten im Zusammenhang mit Menschenhandel.

Die GRETA begrüßt in dem Bericht die Maßnahmen der moldauischen Behörden zur Entwicklung des gesetzlichen, institutionellen und politischen Rahmens zur Bekämpfung des Menschenhandels. Der nationale Aktionsplan zur Bekämpfung des Menschenhandels für 2024–2028 umfasst Maßnahmen zur Verhütung der Ausbeutung von gefährdeten Gruppen wie Kindern, moldauischen Staatsangehörigen, die im Ausland nach Arbeit suchen, ukrainischen Flüchtlingen und ausländischen Arbeitskräften.

Im Berichtszeitraum wurden 935 Opfer von Menschenhandel identifiziert. Die Ausbeutung der Arbeitskraft war weiterhin die am weitesten verbreitete Form der Ausbeutung, gefolgt von sexueller Ausbeutung. 60 % der identifizierten Opfer waren Männer und 15 % Kinder. Die meisten Opfer waren moldauische Staatsangehörige, die in EU-Ländern und Russland ausgebeutet wurden. Laut dem Bericht wird das Land jedoch aufgrund der steigenden Zahl von Arbeitsmigranten zunehmend zu einem Ziel für Opfer von Menschenhandel.

Die GRETA unterstreicht in dem Bericht, dass Roma-Kinder, Kinder, die auf der Straße leben, und Kinder, die in staatlichen Einrichtungen untergebracht sind, besonders anfällig für Menschenhandel sind. Sie fordert die Behörden nachdrücklich auf, ihre Bemühungen zur Verhütung des Kinderhandels zu verstärken, indem sie die Betreuungseinrichtungen regelmäßig inspizieren und gefährdeten Kindern soziale und wirtschaftliche Unterstützung gewähren.

Die GRETA ist ebenso besorgt über die begrenzte Fähigkeit der relevanten Berufsgruppen, insbesondere der Arbeitsinspektoren, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren. Sie fordert die Behörden daher nachdrücklich auf, das Mandat der Arbeitsinspektoren zu erweitern, ihre Fähigkeiten und ihre Ausbildung zu verbessern und die Beschränkungen für unangekündigte Inspektionen aufzuheben.


 Pressemitteilung [EN]


 Die Republik Moldau und die GRETA [EN]

Expertengruppe für die Bekämpfung des Menschenhandels (GRETA) Straßburg 10. Juni 2025
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