Der Museumspreis des Europarates 2026 ist an das Young Victoria & Albert Museum (Vereinigtes Königreich) verliehen worden. Das Museum wurde vom Kulturausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) ausgewählt, der heute in Paris tagte.
Das Young V&A Museum ist eine Zweigstelle des Victoria and Albert Museum, des Nationalmuseums für Angewandte Kunst des Vereinigten Königreichs. Nach einer Renovierung wurde es im Juli 2023 im Osten Londons mit drei Galerien für verschiedene Altersgruppen wiedereröffnet: Imagine, Play und Design. Es wurde gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen organisiert und gestaltet und fördert die Kreativität der nächsten Generation, stärkt Pädagoginnen und Pädagogen und bietet ein inklusives, kindzentriertes Museumserlebnis. Seine Programme verbinden Design und Spiel mit Themen aus der realen Welt wie Nachhaltigkeit, Zugehörigkeit und Empathie und schaffen so ein Gleichgewicht zwischen Spaß, pädagogischer Strenge und Inklusivität. Darüber hinaus werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Behinderungen aktiv einbezogen.
Laut der Vertreterin des für den Museumspreis zuständigen Ausschusses, Luz Martínez Seijo (Spanien, SoC), ist „das Young V&A Museum mit seiner Mission, Besuchende zu Themen wie Menschenrechten, Gleichheit, Partizipation und Kulturdemokratie einzubeziehen, eindeutig ein außergewöhnliches Museum. Es vermittelt eine starke Botschaft in Bezug auf die Selbstverwirklichung von Angehörigen der jungen Generationen, insbesondere aus benachteiligten Verhältnissen, die wenig Zugang zu traditionellen und institutionellen Kulturangeboten haben, durch Erfahrungen, die ihnen helfen können, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken und sich voll und ganz am demokratischen Leben zu beteiligen.“
Der Preis wird im Rahmen einer Zeremonie in Straßburg während der April-Plenarsitzung der PACE (20. bis 24. April 2026) überreicht.
Preis seit fast 50 Jahren vergeben
Mit dem Museumspreis des Europarates wird seit 1977 jedes Jahr ein Museum ausgezeichnet, das einen bedeutenden Beitrag zur Kenntnis des europäischen Kulturerbes, zur Förderung der Achtung der Menschenrechte und der Demokratie, zur Annäherung der Kulturen, zur Überwindung sozialer und politischer Barrieren, zur Erweiterung des Wissens und Verständnisses zeitgenössischer gesellschaftlicher Themen und zur Erforschung von Ideen im Bereich der demokratischen Staatsbürgerschaft leistet.
Die Auszeichnung ist Teil des Preises Europäisches Museum des Jahres (EMYA). Zu den jüngsten Preisträgern zählen Euskararen Etxea, das Haus der baskischen Sprache, in Bilbao, Spanien (2025); das Sibirische Gedenkmuseum in Białystok, Polen (2024); das Arbeitermuseum in Kopenhagen, Dänemark (2023); Nano Nagle Place in Cork, Irland (2022); und das Museum der Geschichte des Gulag in Moskau, Russische Föderation (2021).
Young V&A [EN]
Webseite des Museumspreises [EN]

