Zurück Bewegende Zeremonie im Todeslager Auschwitz-Birkenau

Bewegende Zeremonie im Todeslager Auschwitz-Birkenau

Der Stellvertretende Generalsekretär, Bjørn Berge, hat in Polen an der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen deutschen NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau teilgenommen.

Rund 50 Überlebende sind noch einmal in das Todeslager gekommen und es wurde beschlossen, dass an diesem Jahrestag keine politischen Reden gehalten werden, sondern nur die Überlebenden zu Wort kommen sollen. „Ihre Zeugnisse waren sehr bewegend. Es war zweifellos notwendig, ihnen zuzuhören und sich noch einmal daran zu erinnern, was sie erlebt haben. Wir dürfen niemals vergessen“, erklärte Berge.

Er erinnerte daran, dass der Mensch in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich sei: durch seine Kreativität, seine Liebe, seine Freundlichkeit und seinen Wunsch, anderen zu helfen und Gutes zu tun, aber leider und mitunter auf völlig unverständliche Weise auch durch seine Fähigkeit, Böses zu tun und anderen Menschen auf die schlimmste Art, die man sich vorstellen kann, zu schaden. Europa selbst biete dafür eines der schlimmsten Beispiele in der Geschichte der Menschheit.

„Die systematische Gewaltanwendung und Ermordung von Millionen Menschen in einem Netz von Konzentrationslagern – den Todeslagern – während des Zweiten Weltkriegs richtete sich in erster Linie gegen Juden, aber auch gegen Sinti und Roma, LGBTI-Personen und andere Minderheiten sowie gegen politische Gegner.

Mehr als 1,1 Millionen Menschen, vor allem Juden, wurden im Komplex Auschwitz ermordet, was ihn zum Schauplatz der größten je dokumentierten Massenhinrichtung von Menschen macht.“

Erinnern wir uns an die Worte, die heute von den Überlebenden gesprochen wurden:

„Ich war gerade einmal sechseinhalb Jahre alt, als das Lager befreit wurde, und meine Erinnerungen sind immer noch sehr lebendig. Ich weiß noch, wie ich aus meinem Versteck beobachtete, wie meine Freunde in den Tod getrieben wurden. Der Hof war leer und ich fragte mich, ob ich das einzige lebende jüdische Kind auf der Welt war.“

„Ich fordere alle Menschen, insbesondere die jüngere Generation, auf, wachsam und sensibel gegenüber jeglicher Ausdrucksform von Intoleranz und Ressentiments gegenüber Menschen zu sein, die anders sind, sei es aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe, Geschlechtsidentität oder eines anderen Aspekts. In der heutigen digitalen Welt, in der es immer schwieriger wird, zwischen aufrichtiger Rede und als populär getarnter Hassrede zu unterscheiden, müssen wir wachsam bleiben.“

„Als Überlebende kennen wir die Folgen dieses Hasses nur zu gut. Lassen Sie uns die Gefahren, die die Demokratie bedrohen, ernst nehmen. Wenn diejenigen, die Spaltung und Hass predigen, Erfolg haben, laufen wir Gefahr, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.“

„Unsere Welt ist wie eine sehr schmale Brücke; das Wichtigste ist, dass wir niemals der Angst nachgeben. Wir müssen der Angst widerstehen, auch wenn wir heute den Aufstieg des Antisemitismus erleben, einer Kraft, die bereits zu den Schrecken des Holocausts geführt hat.“

Eine Reihe von Würdenträgern aus Königshäusern, darunter König Charles, der König bzw. die Königin von Dänemark, Belgien, den Niederlanden bzw. Spanien, der Erbgroßherzog von Luxemburg und Kronprinz Haakon von Norwegen, sowie zahlreiche führende politische Vertreter, darunter Präsident Macron, Bundeskanzler Scholz, EU-Ratspräsident Costa, der italienische Präsident Mattarella, der ukrainische Präsident Selenskyj, der lettische Präsident Rinkēvičs, der norwegische Premierminister Støre, der kanadische Premierminister Trudeau und viele andere, nahmen an der bewegenden und berührenden Zeremonie teil.


 Erklärung des Vorsitzenden des Ministerkomitees und luxemburgischen Ministers für auswärtige Angelegenheiten und Außenhandel, Xavier Bettel

 Erklärung von Kongresspräsident Marc Cools [EN]

Europarat Polen 27. Januar 2025
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