In seinem heute veröffentlichten Jahresbericht für 2024 hebt das auf die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung spezialisierte Organ des Europarates, MONEYVAL, die Fortschritte seiner 33 Mitgliedsstaaten und -territorien bei der Umsetzung internationaler Normen zur Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen in einer Reihe von Bereichen hervor. Allerdings wird auch festgestellt, dass in mehreren Schlüsselbereichen noch erhebliche Lücken geschlossen werden müssen.
Mit der Bewertung von Bosnien und Herzegowina sowie Jersey und Guernsey (britische Kronbesitzungen) im Jahr 2024 hat MONEYVAL für alle Länder und Territorien, die seinen Bewertungsverfahren unterliegen, seine fünfte Bewertungsrunde abgeschlossen.
Weiterhin Lücken im Kampf gegen Geldwäsche
In dem Bericht wird unterstrichen, dass die Mitglieder im Rahmen der 2015 eingeleiteten fünften Bewertungsrunde in Bereichen wie internationaler Zusammenarbeit, Transparenz der wirtschaftlichen Eigentümer und Aufsicht über Finanzinstitute gute Ergebnisse erzielt haben. Allerdings bestehen weiterhin Schwächen bei den Ermittlungen und der Strafverfolgung in Bezug auf Geldwäsche, die Einziehung von Vermögenswerten, die Umsetzung gezielter Finanzsanktionen, die Nutzung von Finanzinformationen, die Anwendung präventiver Maßnahmen und die Kontrolle bestimmter Unternehmen und Berufe außerhalb des Finanzsektors wie Rechtsanwälte, Notare, Buchhalter, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Immobilienmakler oder Edelmetall- und Edelsteinhändler.
Allgemeines Klima des Fortschritts
MONEYVAL stellt mit Zufriedenheit fest, dass zahlreiche Länder ihre Bewertungen hinsichtlich der technischen Konformität im Laufe der Monitoring-Verfahren der fünften Runde verbessert haben. Laut der konsolidierten Bewertungsliste der Arbeitsgruppe „Finanzielle Maßnahmen gegen die Geldwäsche“ (FATF) wurden in den von MONEYVAL bewerteten Ländern und Territorien 193 Höherbewertungen der technischen Konformität verzeichnet. Es wurden nur neun Herabstufungen registriert, welche sich in den meisten Fällen auf die Identifizierung und Bewertung von Risiken der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Produkte und Geschäftspraktiken bezogen, die insbesondere durch den Einsatz neuer Technologien ermöglicht wurde. (weiter)
Der Expertenausschuss für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (MONEYVAL) ist ein Monitoring-Organ des Europarates und ein regionales FATF-ähnliches Gremium, das die Einhaltung der wichtigsten internationalen Normen zur Bekämpfung der Geldwäsche, der Terrorismusfinanzierung und der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen sowie die Wirksamkeit ihrer Umsetzung bewertet. Es umfasst 35 Länder und Territorien, von denen 32 ausschließlich von MONEYVAL bewertet werden.
Vollständiger Jahresbericht [EN]
MONEYVAL-Bericht über Lettland (erste Bewertung im Rahmen der neuen Bewertungsrunde)
MONEYVAL-Bericht über Bosnien und Herzegowina
MONEYVAL-Bericht über Guernsey

