Der Stellvertretende Generalsekretär des Europarates, Bjørn Berge, hat an einer Konferenz in Kanada teilgenommen, deren Ziel die Ausarbeitung eines konkreten Plans für die Rückkehr von Kriegsgefangenen, verschleppten Zivilpersonen, darunter Minderjährige, in die Ukraine im Einklang mit internationalen Menschenrechtsgrundsätzen und den Grundsätzen des humanitären Völkerrechts war. Die Ministerkonferenz über die menschliche Dimension der 10-Punkte-Friedensformel der Ukraine, die am 30. und 31. Oktober von Kanada, Norwegen und der Ukraine in Montreal ausgerichtet wurde, befasste sich auch mit Ansätzen zur Rehabilitation und Wiedereingliederung ukrainischer Rückkehrer nach ihrer Heimkehr.
In seiner Eröffnungsrede betonte Berge, dass der Europarat die Ukraine seit der groß angelegten Invasion Russlands auf jede erdenkliche Weise unterstützt hat. „Wir handeln, um die Verantwortlichen der durch Russland begangenen Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, insbesondere durch das Schadensregister für die Ukraine und die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen der Russischen Föderation festgestellt und die Notwendigkeit deutlich gemacht hat, Maßnahmen zu ergreifen, darunter die sichere Rückkehr von Gefangenen, die von der Krim in Strafvollzugsanstalten in Russland überführt wurden. Da das Schicksal unrechtmäßig verschleppter ukrainischer Minderjähriger besonders besorgniserregend ist, müssen wir gemeinsam sicherstellen, dass sie zu ihren Familien zurückgebracht werden.“
Die Veranstaltung wurde von der kanadischen Außenministerin, Mélanie Joly, dem norwegischen Außenminister, Espen Barth Eide, der Stellvertretenden Ministerpräsidentin und Justizministerin der Ukraine, Olha Stefanischyna, dem ukrainischen Außenminister, Andrij Sybiha, und dem Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Andrij Jermak, eröffnet.
Das Programm umfasste Zeugnisse von zurückgekehrten oder betroffenen Personen, darunter Kriegsgefangene, inhaftierte Zivilpersonen und verschleppte Kinder. Die First Lady der Ukraine, Olena Selenska, und die bekannte ukrainische Profi-Tennisspielerin Elina Switolina, die an der Aktion „Bring Kids Back UA“ teilgenommen hat, hielten die Hauptreden.
Am Rande der Konferenz führte der Stellvertretende Generalsekretär Gespräche mit dem Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Andrij Jermak, und mehreren Außenministerinnen und -ministern, darunter Mélanie Joly (Kanada), Espen Barth Eide (Norwegen), Arnoldo André Tinoco (Costa Rica) und Oluschegun Adjada Bakari (Benin).
Die Veranstaltung sollte die gemeinsame Vision voranbringen, die im Gemeinsamen Kommuniqué über einen Friedensrahmen formuliert wurde, das auf der Hochrangigen Konferenz zum Frieden in der Ukraine im Juni 2024 in Bürgenstock, Schweiz, ausgearbeitet wurde.
Präsident Wolodymyr Selenskyj führte die 10-Punkte-Friedensformel der Ukraine im November 2022 beim G20-Gipfel in Indonesien ein. Im August 2023 wurden zehn Arbeitsgruppen eingerichtet, von denen sich jede einer bestimmten Säule der 10-Punkte-Friedensformel widmet. Kanada und Norwegen führen gemeinsam den Vorsitz der Arbeitsgruppe 4, die sich mit der Rückkehr von Kriegsgefangenen, inhaftierten Zivilpersonen und illegal überführten und verschleppten Kindern befasst.

