In Anlehnung an den Ansatz der interkulturellen Inklusion des Europarates haben die Behörden der Stadt Botkyrka – einer vielfältigen Stadt mit etwa 96.000 Einwohnern in Ostschweden – ein „umgekehrtes Rathaus“ erdacht, in dem junge Menschen das Wort haben, um über die aktuellen Themen zu debattieren, und Politiker, Medien und andere Interessengruppen als Beobachter teilnehmen. Dadurch konnten die Verantwortlichen einen erneuerten Respekt vor der Meinung der jungen Menschen ihrer Stadt gewinnen.
Im norwegischen Bergen indes erhalten Mitglieder des Jugendrates ein Gehalt, das zu ihrer Autonomie beiträgt, aber auch sicherstellt, dass sie rechenschaftspflichtig sind. Sie können an den wichtigsten Stadtratssitzungen teilnehmen und Vorschläge unterbreiten und haben dazu beigetragen, dass in der Stadt neue Wege beschritten werden, um jungen Menschen einen Arbeitsplatz zu verschaffen – ein schwieriges Thema für junge Menschen in vielen Teilen Europas.
Vielfalt in der Entscheidungsfindung und interkulturelle Strategien, um dies zu fördern, sind laut dem Programm Interkulturelle Städte des Europarates ein Vorteil für die gesamte Gesellschaft. Beim jährlichen Treffen der Koordinatoren für interkulturelle Städte, das vor Kurzem im Zentrum für Inklusion in Bergen stattfand, lag der Schwerpunkt besonders darauf, vielfältige junge Menschen an der Entscheidungsfindung zu beteiligen und ihnen Gehör zu verschaffen. Um wirklich inklusiv zu sein, müssen Städte sicherstellen, dass die vielfältigen Stimmen junger Menschen berücksichtigt werden.
Vielfältige Probleme und vielfältige Lösungen
Das Treffen ermöglichte es den Verantwortlichen von Städten und Regionen aus der ganzen Welt, ihre praktischen Erfahrungen beim Aufbau von Gemeinschaften für alle mithilfe einer starken Inklusionspolitik auszutauschen. Die Teilnehmenden, die über 35 Städte und Organisationen vertraten, erstellten gemeinsam Leitlinien für Gemeinden und Regionen, um vielfältige junge Menschen in verschiedene Aspekte der interkulturellen und der Jugendpolitik einzubeziehen.
Zu den Themen, die in horizontalen Diskussionen, Präsentationen und Workshops besprochen wurden, gehörten: Tokenismus; die Tatsache, dass Jugendinitiativen nur funktionieren, wenn sie mit voller Kraft unterstützt werden, um Veränderungen herbeizuführen; und die Frage, wie man nicht muttersprachliche junge Menschen, die bisweilen durch ihren Akzent gehemmt werden, in die städtische Demokratie einbezieht.
Die Teilnehmenden stimmten weitgehend überein, dass die Verfolgung eines Inklusionsansatzes, der junge Menschen in ihrer ganzen Vielfalt in die Entscheidungsfindung einbezieht, nicht einfach ist und eine kohärente Strategie erfordert, die durch eigene Ressourcen unterstützt wird. Es gibt keine Abkürzungen. (weiter)
Programm Interkulturelle Städte [EN]
Der Europarat und der Jugendrat von Botkyrka [EN]

