Das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) stellt in einem neuen Bericht fest, dass körperliche Misshandlungen durch das Personal, einschließlich Faust- und Schlagstockhieben auf Kopf und Körper, sowie Gewalt zwischen Inhaftierten im Gefängnis Tiszalök „besonders problematisch“ zu sein scheinen. Nicht nur die Ergebnisse des Besuchs legen nahe, dass das Personal nicht immer schnell eingriff, vielmehr wurden gegenüber der Delegation auch glaubwürdige Behauptungen geäußert, wonach es einigen Inhaftierten erlaubt sei, ihre Mithäftlinge zu misshandeln, oder sie sogar entsprechende Anweisungen vom Personal erhielten (siehe die Zusammenfassung des Berichts).
Überbelegung und begrenzte Ressourcen wirkten sich weiterhin negativ auf das Gefängniswesen aus, da die meisten inhaftierten Personen, insbesondere Untersuchungshäftlinge und Hochsicherheitsgefangene, keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Arbeit, Bildung oder anderen Aktivitäten außerhalb der Zelle haben.
Der Bericht beruht auf dem periodischen Besuch des CPT in Ungarn im Mai 2023 sowie der Antwortstellungnahme der ungarischen Behörden und befasst sich auch mit der Behandlung von Personen, die in Polizeigewahrsam, in mehreren Gefängnissen und im Institut für forensische Begutachtung und Psychiatrie festgehalten werden, sowie von Patienten in zwei zivilen psychiatrischen Einrichtungen.

