Im Jugendzentrum des Europarates in Budapest und online findet eine dreitägige Konferenz (11.–13. Juni) des zwischenstaatlichen Programms für den Geschichtsunterricht statt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Where learners meet history: reaffirming the role of history education in the 21st century“(Wo Lernende der Geschichte begegnen: Neubestätigung der Rolle des Geschichtsunterrichts im 21. Jahrhundert) wird Hochschullehrende, Vertreter der Zivilgesellschaft, Lehrkräfte und Jugendvertreter zusammenbringen, um über die Relevanz des Geschichtsunterrichts für junge Menschen heute zu diskutieren.
„In einer Zeit, in der das Vertrauen vieler junger Menschen in die Demokratie schwindet, wird ein hochwertiger Geschichtsunterricht noch entscheidender. Er hilft uns zu verstehen, warum Demokratie wichtig ist, indem er uns daran erinnert, was geschehen ist – und was wieder geschehen kann –, wenn es keine Demokratie gibt. Dieses Forum wird uns dabei unterstützen, die ethischen Grundlagen des Geschichtsunterrichts zu bekräftigen und die Lernenden in den Mittelpunkt dieser Aufgabe zu stellen“, erklärte der Direktor für Demokratie beim Europarat, Matjaž Gruden, im Vorfeld der Konferenz.
Der Vizekanzler der schwedischen Linné-Universität und Professor für Geschichtsunterricht und Geschichtsdidaktik, Niklas Ammert, wird eine Grundsatzrede halten. Ammerts Forschung befasst sich mit der Art und Weise, wie Einzelpersonen und gesellschaftliche Gruppen in Schule, Hochschule, Politik und anderen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten der Geschichte begegnen, sie interpretieren und vermitteln. Sein besonderes Interesse gilt den Überschneidungen zwischen Geschichte und moralischen Aspekten.
Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage und der zunehmenden Desinformation im Internet wird die ethische Frage, wie Geschichte unterrichtet werden sollte, im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen – mit mehreren Sitzungen und Debatten, die diesem Aspekt gewidmet sind.
Das zwischenstaatliche Programm des Europarates für den Geschichtsunterricht institutionalisiert seit 70 Jahren den Dialog der Mitgliedsstaaten über die Art und Weise, wie Geschichte unterrichtet werden sollte. Es hat zur Entwicklung von Normen im Bereich des Geschichtsunterrichts geführt und befindet sich derzeit am Ende seiner sechsten Phase.
Für den Zugang zur Online-Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.

