Der Stellvertretende Generalsekretär des Europarates, Bjørn Berge, hat heute auf der Konferenz zur Verabschiedung und Zeichnungsauflegung des Übereinkommens des Europarates zum Schutz des Anwaltsberufs, das bereits von 17 Staaten unterzeichnet worden ist, eine Rede gehalten.
In seiner Rede wies Berge darauf hin, dass in einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Rats der Anwaltschaften der Europäischen Gemeinschaft (CCBE) 57 % der Anwältinnen und Anwälte angaben, in den letzten zwei bis drei Jahren Drohungen oder Aggressionen erlebt zu haben. Und dass mehr als ein Drittel in Erwägung gezogen habe, den Beruf ganz aufzugeben. Dies sei inakzeptabel und eine direkte Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. „Aus diesem Grund ist das neue Übereinkommen des Europarates von entscheidender Bedeutung, um den Anwältinnen und Anwälten und damit der Rechtsstaatlichkeit einen Schutz zu bieten“, erklärte er.
Die Veranstaltung wurde vom Generaldirektor der Generaldirektion Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, Gianluca Esposito, eröffnet. Weitere Redner waren Menschenrechtskommissar Michael O‘Flaherty, der Ständige Vertreter Monacos beim Europarat, Gabriel Revel, der Vorsitzende des Europäischen Ausschusses für rechtliche Zusammenarbeit (CDCJ), Eral Knight, und Wladimir Wardanjan, Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE).
Darüber hinaus wird der Stellvertretende Generalsekretär am 23. Juni 2025 im Rahmen der Konferenz „Anwälte schützen – Rechtsstaatlichkeit wahren: Das neue Übereinkommen des Europarates“ im Prager Haus in Brüssel eine Videobotschaft übermitteln. Die Veranstaltung wird von der Tschechischen Rechtsanwaltskammer in Zusammenarbeit mit der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), dem Deutschen Anwaltverein (DAV) und der Anwaltskammer von England und Wales organisiert.
Rede des Stellvertretenden Generalsekretärs, Bjørn Berge [EN]

