Im Vorfeld des Internationalen Tages der Frau im Multilateralismus hat im Europarat eine Veranstaltung stattgefunden, die das Informelle Netz der Ständigen Vertreterinnen und der luxemburgische Vorsitz im Ministerkomitee organisiert haben. Die Teilnehmenden befassten sich mit dringenden Fragen der Gleichstellung der Geschlechter, des Multilateralismus und der Chancengleichheit für Frauen – Eckpfeilern des Mandats des Europarates.
Patrick Engelberg, Ständiger Vertreter Luxemburgs beim Europarat, unterstrich, wie wichtig es sei, zunächst im eigenen Umfeld zu handeln, um Veränderungen einzuleiten. „Die Verbesserung des Zusammenlebens ist eine Priorität unseres Vorsitzes“, betonte er. Im Rückblick auf seine Karriere in Brüssel stellte er fest, dass die wachsende Zahl von Frauen in diplomatischen Funktionen die Dynamik verändert habe. „Der Ton hat sich geändert, die männliche Rivalität hat abgenommen, und sensible Themen werden mit größerer Offenheit angesprochen“, so Engelberg.
Der Stellvertretende Generalsekretär, Bjørn Berge, rief zur Mobilisierung angesichts der doppelten Gefahr auf, die sich aus den Angriffen auf den Multilateralismus und der anhaltenden Kluft zwischen den Geschlechtern ergibt. Unter Hinweis auf die unzureichende Vertretung von Frauen im Jahr 2024, einem historischen Wahljahr auf globaler Ebene, möchte er mit gutem Beispiel vorangehen. „Ich verpflichte mich, nicht in Ausschüssen mitzuwirken, die ausschließlich aus Männern bestehen. Dies ist vielleicht eine sehr bescheidene Maßnahme, aber dennoch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Inklusion“, fügte er hinzu.
In der anschließenden Diskussionsrunde stellten vier Frauen in hohen Positionen ihre Gedanken dar:
- Marialena Tsirli, Kanzlerin des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte,
- Gunn Jorid Roset, amtierende Generaldirektorin der Abteilung für Multilateralismus im norwegischen Außenministerium,
- Anne Goedert, Sonderbotschafterin für Menschenrechte im luxemburgischen Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten,
- Begoña Lasagabaster, Direktorin der Abteilung für Geschlechtergleichstellung bei der UNESCO (mittels vorab aufgenommener Nachricht).
Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, zu veranschaulichen, wie die Stimme der Frau etwas verändern kann, indem sie den multilateralen Dialog lenkt und die Gleichstellung vorantreibt – zwei Aspekte, die für den Aufbau einer ausgewogeneren, friedlicheren und inklusiveren Zukunft, die im Mittelpunkt des Projekts des Europarates steht, von entscheidender Bedeutung sind.

