Im Mittelpunkt eines neuen Berichts der Expertengruppe für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (GREVIO) stehen die Unterstützung und der Schutz von Opfern von Gewalt gegen Frauen in Serbien und die Gerechtigkeit, die ihnen zuteilwerden muss. Der Bericht stellt die Fortschritte vor, die seit der Veröffentlichung des Basisbewertungsberichts über Serbien im Januar 2020 bis Anfang Juli 2025 erzielt wurden, und bewertet die Maßnahmen der serbischen Behörden zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf den Opfern und auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation. Die Behörden werden insbesondere aufgefordert, Präventiv- und Sensibilisierungsmaßnahmen, Schulungen und spezialisierte Unterstützungsdienste zu verstärken und sicherzustellen, dass Strafverfolgungsbehörden nicht nur in Fällen häuslicher Gewalt eine die Traumata der Opfer stärker berücksichtigende Reaktion zeigen, sondern auch in allen Fällen von Gewalt gegen Frauen – einschließlich Früh-oder Zwangsheirat, sexueller Gewalt und Nachstellung sowie digitaler Erscheinungsformen von Gewalt.
Gesetzesänderungen
Während die GREVIO die Anstrengungen begrüßt, die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen mit den Normen der Istanbul-Konvention in Einklang zu bringen, insbesondere die Verabschiedung des Gesetzes über die Gleichstellung von Frauen und Männern im Jahr 2021, das eine mit der der Konvention konforme Definition von Gewalt gegen Frauen einführt, stellt sie mit Besorgnis fest, dass die Umsetzung dieses Textes aufgrund einer Verfassungsbeschwerde de facto ausgesetzt wurde, wodurch die Verabschiedung und Umsetzung der in der Konvention vorgesehenen Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen verzögert werden. (weiter)
Stellungnahme der serbischen Regierung [EN]

