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Polen: Weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen nötig

Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen Straßburg 17. Dezember 2021
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Polen: Weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen nötig

Seitdem die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen 2009 in Polen in Kraft getreten ist, gilt sie für diese Sprachen: Armenisch, Deutsch, Jiddisch, Karaimisch, Kaschubisch, Lemkisch, Litauisch, Romanes, Russisch, Slowakisch, Tatarisch, Tschechisch, Ukrainisch und Weißrussisch. Der Sachverständigenausschuss, der die in den einzelnen Staaten für ihre Regional- und Minderheitensprachen geltenden Gesetze, Regeln und Verfahren bewertet, stellt in einem neuen Bericht fest, dass die Situation dieser Sprachen beträchtlich variiert und dass die Entscheidung Polens, gegenüber allen dieselben Verpflichtungen einzugehen, zu Problemen bei der Umsetzung der Charta führt.

Zwar existiert ein Rechtsrahmen und gewähren die Behörden finanzielle Unterstützung in den Bereichen Bildung, Medien und Kultur, gleichwohl ist ein aktiveres und strukturierteres Vorgehen nötig, um die Umsetzung der ratifizierten Bestimmungen zu gewährleisten, so der Bericht. Es sollte eine Strategie für die Anwendung der Charta auf jede der Sprachen entwickelt werden, im Einklang mit den ratifizierten Verpflichtungen und den Monitoring-Empfehlungen und in Zusammenarbeit mit den Menschen, die sie sprechen. Unterricht in Regional- und Minderheitensprachen, so wie laut den ratifizierten Verpflichtungen vorgesehen, bleibt selten. Dabei ist der Unterricht der Sprache lediglich als Schulfach weiterhin das häufigste Modell. Zur Unterstützung des Unterrichts in Regional- und Minderheitensprachen ist ein System großzügiger Subventionen für die Lokal- durch die Zentralbehörden in Kraft, allerdings muss die Art und Weise, auf die es angelegt ist und umgesetzt wird, angepasst werden, um Transparenz und Wirksamkeit zu verbessern. Die Versorgung mit Schulbüchern und die Ausbildung der Lehrkräfte bleiben Angelegenheiten, die Grund zur Sorge geben.

Weitere Maßnahmen sind auf dem Gebiet der Medien nötig, auf dem das ambitionierte Vorhaben, für jede Sprache einen öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehkanal zu schaffen, eine schwierige Aufgabe bleibt. Es werden Sendungen in Regional- und Minderheitensprachen ausgestrahlt, jedoch lediglich in einigen der genannten Sprachen.

Dieser dritte Bewertungsbericht des Sachverständigenausschusses beruht auf der politischen und rechtlichen Situation, die zum Zeitpunkt des Vor-Ort-Besuchs des Ausschusses in Polen im Juni 2021 herrschte.


 Zusammenfassung auf Polnisch

 Pressemitteilung
PPolen: Weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen nötig [EN]


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