Der Europarat setzt sich seit seiner Gründung in verschiedenen Formen für die Förderung von Frauen ein, unter anderem durch die Verabschiedung rechtlicher Maßnahmen, die Mobilisierung der Öffentlichkeit, Bildung und Forschung.

Einer der wichtigsten Grundsätze bei allen Maßnahmen des Europarates ist, dass langfristige Lösungen für soziale, wirtschaftliche und politische Probleme der Gesellschaft nur gefunden werden können, wenn Frauen maßgeblich an diesem Prozess beteiligt werden.

Der Status der Frau, die tatsächliche Gleichberechtigung, Emanzipation, geschlechtsbezogene Gewalt, die Probleme von Frauen mit Behinderungen und Menschenhandel sind nur einige der Aspekte, denen der Europarat Aktionen, wie etwa Sensibilisierungskampagnen, gewidmet hat, um die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter zu verbessern und ihre Umsetzung zu gewährleisten.

2009 lag der Anteil der Ministerinnen in Europa bei 28,6%, was im Vergleich zu 19,9% im Jahre 2005 einen leichten Anstieg bedeutet; der Anteil der Frauen in den nationalen Parlamenten lag unverändert bei 21,7%. Diese Zahlen liegen weit unter dem vom Europarat empfohlenen Mindestprozentsatz von 40%.

Europa muss Gewalt gegen Frauen und sexistische Hassrede beenden Europa muss Gewalt gegen Frauen und sexistische Hassrede beenden
Europarat Straßburg 8. März 2017
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Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen hat nichts mit „Gender-Ideologie“ zu tun und zerstört nicht die Familie

Die Expertengruppe des Europarates für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (GREVIO) hat heute eine Erklärung veröffentlicht, in der sie ihre Besorgnis darüber äußert, dass im Hinblick auf das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) Missverständnisse bestehen.

Der Internationale Tag der Frau erinnert uns, so die Erklärung, an die Bedeutung der Istanbul-Konvention, des umfangreichsten Vertrags mit rechtsverbindlichen Normen, der jeder Frau das Recht auf ein gewaltfreies Leben garantiert.

Manche Kritiker unterstellen, dass das Übereinkommen eine verwerfliche „Gender-Ideologie“ fördere und das Konzept der Familie angreife.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Es ist vielmehr die geschlechtsspezifische Gewalt, welche die Familie zerstört. Die Feststellung, dass die große Mehrheit der Opfer sexueller Gewalt Frauen und Mädchen sind, hat mit Ideologie nichts gemein.

Stalking, sexuelle Belästigung, sexuelle Gewalt (darunter Vergewaltigung), körperliche und psychische Misshandlung durch den Partner, Zwangsheirat, Verstümmelung weiblicher Genitalien und Zwangssterilisation sind traumatisierende Gewalttaten, und das Übereinkommen zielt darauf ab, das Grundrecht des Menschen auf ein Leben ohne Gewalt zu schützen.

„Unser Übereinkommen sollte für alle eine Priorität sein, da Gewalt gegen Frauen grundlegende Menschenrechte verletzt“, betont der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland.

Die Istanbul-Konvention (so bezeichnet, weil sie in dieser Stadt zur Zeichnung aufgelegt wurde) ist ein wirksames Instrument, weil sie einen sehr breiten Geltungsbereich abdeckt. So fordert sie etwa die Finanzierung von Krisenzentren für Vergewaltigungsopfer, rund um die Uhr erreichbare Telefonberatungen, Schutzunterkünfte für die Opfer häuslicher Gewalt und Beratungsstellen für die Opfer häuslicher Misshandlung. Das Übereinkommen sieht vor, dass in den Schulen gesunde zwischenmenschliche Beziehungen gelehrt und dass starke Instrumente zur Strafverfolgung der Täter verabschiedet werden, da etwa die Zahl der Verurteilungen in Vergewaltigungsfällen oftmals weit geringer als bei anderen Straftaten ist.

Die Istanbul-Konvention wurde bereits von 22 Staaten ratifiziert und ist der erste internationale Vertrag, der Gewalt gegen Frauen als eine Form von Diskriminierung definiert – und sie als ein Phänomen bekämpft, dem die Opfer nur aus dem Grund ausgesetzt sind, dass sie Frauen sind.

Heute ist der Internationale Tag der Frau. Doch Männer und Frauen müssen jeden Tag danach streben, geschlechtsspezifische Gewalt zu beenden.

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... dass der Internationale Tag der Frauen in einigen Ländern Europas, darunter Russland, die Ukraine, Moldau, Aserbaidschan und Armenien, ein Feiertag ist?