Würdigen wir die Menschen, die anderen helfen. Erkennen wir ihre Leistungen im Bereich der Menschenrechte an!

Kennen Sie eine Einzelperson, eine Personengruppe oder eine Organisation, die etwas Außergewöhnliches zur Verteidigung der Menschenrechte von anderen geleistet hat, die über ihre Pflicht hinaus und mit Mut gehandelt hat? Deren Taten im Leben von Menschen einen Unterschied bewirkt haben und die es wert sind, gewürdigt zu werden? Verdient ihre Arbeit Anerkennung und soll sie finanziell honoriert werden?

Auf Initiative der schwedischen Regierung und des ungarischen Parlaments hat der Europarat den Raoul Wallenberg-Preis ins Leben gerufen, um die Erinnerung an die überragenden Leistungen dieses schwedischen Diplomaten wach zu halten.

Seit 2014 wird der Raoul Wallenberg-Preis, alle zwei Jahre für außergewöhnliche humanitäre Leistungen einer Einzelperson, einer Personengruppe oder einer Organisation vergeben. Die Preisverleihung findet kurz vor dem 17. Januar – dem Tag der Verhaftung Raoul Wallenbergs 1945 in Budapest – im Europarat statt.

Die Jury setzt sich aus sieben unabhängigen Personen zusammen, die im Bereich der Menschenrechte und der humanitären Arbeit ein hohes moralisches Ansehen genießen und vom Generalsekretär des Europarates, dem schwedischen Außenministerium, des ungarischen Parlaments, der Stadt Budapest, dem Raoul Wallenberg-Institut in Lund, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) sowie der Familie von Raoul Wallenberg ernannt werden.

2026 Prize

Raoul-Wallenberg-Preis 2026 geht an kirgisische Menschenrechtsaktivistin

Asisa Abdirasulowa hat eine „Schlüsselrolle bei der Aufdeckung systemischer Menschenrechtsverletzungen“ in Zentralasien gespielt
Asisa Abdirasulowa hat bei der Verteidigung der Menschenrechte großen Mut und Entschlossenheit gezeigt

Asisa Abdirasulowa hat bei der Verteidigung der Menschenrechte großen Mut und Entschlossenheit gezeigt

Asisa Abdirasulowa, eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin und Pionierin der unabhängigen Zivilgesellschaft in Kirgisistan, ist vom Europarat für ihren Einsatz zum Schutz der Grundrechte, insbesondere der Rechte Inhaftierter, des Rechts auf Schutz vor Folter und des Rechts auf friedliche Versammlung, mit dem Raoul-Wallenberg-Preis ausgezeichnet worden.

Bei der Preisverleihung in Straßburg würdigte der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, den großen Mut und die Entschlossenheit Abdirasulowas, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Verteidigung der Grundrechte in Kirgisistan geleistet habe, oftmals auch auf die Gefahr hin, sich dadurch erheblichen persönlichen und körperliche Risiken auszusetzen.

„Asisa Abdirasulowa, eine der ersten unabhängigen Menschenrechtsverteidigerinnen in Kirgisistan, die systematisch Fälle von Folter und willkürlicher Inhaftierung dokumentierte, hat dafür gesorgt, dass diese Tatsachen bekannt wurden, wenn das Schweigen einfacher gewesen wäre. In Zeiten, in denen die Aufmerksamkeit auf geopolitische Veränderungen und Krisen auf höchster Ebene gerichtet ist, erinnert sie uns daran, dass der Raoul-Wallenberg-Preis den Schwerpunkt wieder auf jene legt, die sich für die Menschenrechte einsetzen.“

Im Geiste des Wirkens Raoul Wallenbergs, einschließlich seiner unerschütterlichen Entschlossenheit und seines außergewöhnlichen Mutes bei der Verteidigung der Grundrechte, betonte die Jury, habe sich Abdirasulowa geweigert, sich durch Einschüchterung und Schikanierung zum Schweigen bringen zu lassen. Die Jury hob die wichtige Rolle der Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger in diesen schwierigen Zeiten hervor, die vor allem durch einen Rückschritt der Menschenrechte gekennzeichnet seien, und unterstrich, dass „ihre Organisation Kylym Shamy eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung systemischer Menschenrechtsverletzungen gespielt hat, indem sie die Opfer juristisch unterstützte und die öffentliche Meinung auf nationaler und internationaler Ebene mobilisierte. Sie war auch eine wichtige Quelle glaubwürdiger Informationen für die internationale Gemeinschaft zu Menschenrechtsfragen in Zentralasien. Sie hat sich unermüdlich für die Förderung und den Schutz der Versammlungsfreiheit und des Rechts auf friedlichen Protest gegen die strengen offiziellen Beschränkungen öffentlicher Demonstrationen und Versammlungen eingesetzt.“

Bei der Entgegennahme des Preises erklärte Abdirasulowa: „Für mich hat jedes gerettete menschliche Leben einen ultimativen Wert, so wie es auch für Raoul Wallenberg war. In all den Jahren meiner Tätigkeit habe ich mich stets für grundlegende Menschenrechte eingesetzt: das Recht auf friedliche Versammlung, den Schutz vor Folter und grausamer Behandlung, die Freiheit der Meinung und der Meinungsäußerung. Diese Tätigkeit erforderte nicht nur Fachwissen, sondern auch großen persönlichen Mut. Ich habe Hunderte von Folterfällen miterlebt und jedes Mal versucht, die Opfer so gut wie möglich zu unterstützen.

Bei der Preisverleihung sprachen der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, der Vorsitzende der Jury, Roderick Liddell, und die Preisträgerin, sowie der Ständige Vertreter Ungarns beim Europarat, Botschafter Harry Rusz, und der Ständige Vertreter Schwedens beim Europarat, Botschafter Niklas Kebbon. (weiter)


 Lebenslauf Asisa Abdirasulowas [EN]

 Rede von Generalsekretär Alain Berset [EN]

 Empfehlung des Ministerkomitees des Europarates zur Notwendigkeit, den Schutz und die Förderung des zivilgesellschaftlichen Raums in Europa zu stärken [EN]

 Generalsekretär Alain Berset [EN]



Bildergalerie

Raoul-Wallenberg-Preis Straßburg 21. Januar 2026
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Über Raoul Wallenberg

 

Der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg hat 1944 in Budapest seinen Status dazu genutzt, Zehntausende Juden vor dem Holocaust zu retten. Seine Taten beweisen, dass der Mut und die Fähigkeiten eines einzelnen Menschen viel bewirken können. Sie sind für alle Menschen eine Inspiration, ihre Stimme zu erheben und Verfolgungen, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu bekämpfen.

In Anerkennung seiner Rolle während des Holocausts hat der Staat Israel Wallenberg den Titel des „Gerechten unter den Völkern" zuerkannt. Ihm wurde außerdem die Ehrenbürgerwürde Israels, der Vereinigten Staaten, Kanadas und Ungarns verliehen.

Raoul Wallenberg wurde am 17. Januar 1945 von den sowjetischen Streitkräften verhaftet. Sein Schicksal ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es ist nicht bekannt, was nach seiner Verhaftung mit ihm geschehen ist.