Zur Beseitigung der Armut in Europa setzt der Europarat auf die Stärkung des Sozialen Zusammenhalts in Europa und auf die Verhütung und Bekämpfung sozialer Ausgrenzung. Der Europarat verfügt über eine Reihe von Rechtsinstrumenten in diesem Bereich. Zu den wichtigsten zählen die Europäische Konvention der Menschenrechte und die Europäische Sozialcharta. Die Europäische Menschenrechtskonvention garantiert die Grundrechte und -freiheiten, während die Europäische Sozialcharta soziale Rechte schützt, wie etwa das Recht auf Schutz vor Armut oder das Recht auf eine Wohnung.

Jedes Jahr begeht der Europarat den Welttag zur Überwindung der Armut und organisiert eine Zeremonie vor einer Nachbildung der Gedenktafel zur Beseitigung der Armut, die 1993 vor dem Europaratsgebäude in Straßburg eingelassen wurde.

Der Welttag zur Überwindung der Armut geht auf eine Initiative des Priesters Joseph Wresinski und 100 000 weiterer Personen zurück, die sich am 17. Oktober 1987 auf dem Trocadero-Platz in Paris versammelten, um ihr „Nein" zu extremer Armut zum Ausdruck zu bringen und die Menschheit dazu aufzurufen, sich gemeinsam für die Menschenrechte einzusetzen. Seit 1992 wird der Welttag jedes Jahr am 17. Oktober gefeiert.

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Generalsekretärin Strassburg 19. Oktober 2021
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Generalsekretärin unterstreicht Armut und Menschenhandel als Menschenrechtsverletzungen

Wie viele Menschen noch werden in die Armut gestoßen? Wie viele Menschen noch werden darum zu Opfern von Menschenhandel?

In ihrer Rede bei der Zeremonie anlässlich des diesjährigen Welttags zur Überwindung der Armut und des Europäischen Tags gegen Menschenhandel rief die Generalsekretärin des Europarates, Marija Pejčinović Burić, zur nötigen Koordinierung zwischen Staat, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Privatunternehmen auf.

Wirksames Handeln ist erforderlich, um das erschreckende und wachsende Problem des Menschenhandels zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft zu bekämpfen – der häufigsten Form des Straftatbestands des Menschenhandels in vielen Ländern Europas.

Die Generalsekretärin verwies auf ihren Fahrplan zur Stärkung der diesbezüglichen Maßnahmen des Europarates sowie auf das Kompendium bewährter Praktiken und die Leitlinien der Expertengruppe für die Bekämpfung des Menschenhandels (GRETA), welche die innerstaatlichen Behörden im Kampf gegen diesen Verstoß unterstützen sollen.

Das Ministerkomitee hat einen Ausschuss zusammengestellt, der eine umfassende, praxisbezogene und bahnbrechende Empfehlung an die Regierungen für die Prävention und Bekämpfung des Menschenhandels zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft ausarbeiten soll. Als Grundlage dienen dabei die Arbeit des Europarates und die Erfahrungen anderer internationaler Organisationen, etwa der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Pejčinović Burić unterstrich, dass die Beseitigung von Armut und das Verhindern von Menschenhandel Entschlossenheit, Mut, Engagement und unser aller Zusammenarbeit


 Rede der Generalsekretärin [FR, EN]

Gedenksteine zu Ehren der Opfer extremer Armut Gedenksteine zu Ehren der Opfer extremer Armut

25 Repliken des Gedenksteins zu Ehren der Opfer extremer Armut sind an symbolischen Orten in 10 Ländern auf 4 Kontinenten aufgestellt worden. Am 21. Mai 1993 wurde anlässlich der europäischen Kundgebung „Bridging the borders of exclusion" („Ausgrenzung überwinden"), bei der 400 junge Menschen aus 18 Ländern zusammenkamen, ein solcher Gedenkstein am Fuß der Treppe des Europarates in Straßburg aufgestellt.