Am Morgen des 27. Januar 1945 befanden sich im Konzentrationslager Auschwitz noch etwa 7000 Gefangene. Über eine Million Menschen kamen in Auschwitz ums Leben. Es wird angenommen, dass insgesamt sechs Millionen Juden in Konzentrationslagern ermordet wurden…

Der Europarat war die treibende Kraft hinter der Einführung eines Tages zum Gedenken an den Holocaust und zur Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Oktober 2002 beschlossen die Bildungsminister aus den Mitgliedsstaaten des Europarates die Einführung dieses Gedenktages. Während Deutschland und Frankreich den Tag am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, begehen, haben andere Länder je nach ihren jeweiligen historischen Erfahrungen ein anderes Datum gewählt.

Darüber hinaus unterstützt der Europarat Lehrer bei der Vorbereitung des Holocaust-Gedenktages, indem er Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt, um die Schüler für dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu sensibilisieren und das Thema Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erörtern. Dadurch soll die Prävention ebenso gefördert werden wie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter den Nationen, Ethnien und Religionen.

Holocaust-Gedenktag 2014

27. Januar, Straßburg – Anlässlich des Holocaust-Gedenktages gelangt der kreative Dokumentarfilm „Karussel" in Anwesenheit der Regisseurin des Films, Ilona Ziok, zur Aufführung. Der Film erzählt die Geschichte des Schauspielers Kurt Gerron, der als Partner von Marlene Dietrich im Film „Der Blaue Engel" Berühmtheit erlangte. Als Insasse des KZ Theresienstadt gründete Gerron im Lager das Kabarett Karussel. Der Film lässt das Karussel wieder aufleben und die Lieder von damals durch Stars von heute – Ute Lemper, Max Raabe und Ben Becker – interpretieren. Der Film erhielt zahlreiche internationale Dokumentarfilmauszeichnungen und wurde von Eurimages finanziell unterstützt.
Vorführung im Kinosaal des Europarates um 12.30 Uhr (OmeU) und 17.00 Uhr (OmfU).

26. Januar, Straßburg (Europäisches Jugendzentrum, 30 rue Pierre de Coubertin) – Anlässlich des Tages des Gedenkens an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit veranstalten der Europarat und das Europäische Gedenkzentrum für die deportierten Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkriegs ein Gedenkprogramm mit dem Titel „Frauen im Widerstand".
Das Veranstaltungsprogramm umfasst eine Theateraufführung, eine Ausstellung mit den Porträts von Widerstandskämpferinnen, sowie musikalische Darbietungen. Eine überlebende Zeitzeugin wird über ihre Erfahrungen berichten.