Personenbezogene Daten werden rund um die Uhr verarbeitet – am Arbeitsplatz von Personen, bei deren Kontakt mit Behörden, im Gesundheitswesen, beim Erwerb von Waren oder dem Gebrauch von Dienstleistungen, auf Reisen oder beim Surfen im Internet.

Viele Menschen kennen die Risiken im Zusammenhang mit ihren personenbezogenen Daten und ihre diesbezüglichen Rechte in der Regel nicht. Sie wissen selten, was sie tun können, wenn sie den Eindruck haben, ihre Rechte wurden verletzt bzw. wissen nicht über die Rolle der nationalen Datenschutzbehörden Bescheid.

Im Jahr 2006 beschloss der Europarat die Auflegung des Datenschutztages, der jedes Jahr am 28. Januar begangen wird, dem Tag an dem das Übereinkommen des Europarats zum Datenschutz, das „Übereinkommen 108“, zur Unterzeichnung aufgelegt wurde. Der Datenschutztag wird jetzt jährlich begangen und wird außerhalb Europas als „Privacy Day“ bezeichnet.

An diesem Tag organisieren Regierungen, Parlamente, nationale Datenschutzbehörden und andere Akteure Kampagnen zur Sensibilisierung für Datenschutz und Privatsphäre. Es handelt sich um Kampagnen für die breite Öffentlichkeit, Bildungsprojekte für Lehrer und Schüler, Tage der offenen Tür bei Datenschutzbehörden und Konferenzen.

Das Übereinkommen ist der einzige internationale Vertrag in diesem Bereich und wird regelmäßig aktualisiert, um sicherzustellen, dass die Datenschutzprinzipien immer den aktuellen Bedürfnissen entsprechen.

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Europarat Strassburg 27. Januar 2021
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Europäischer Datenschutztag: 40 Jahre „Konvention 108“

Morgen vor 40 Jahren, am 28. Januar 1981, ist in Straßburg der erste völkerrechtlich bindende Vertrag zum Schutz personenbezogener Daten zur Zeichnung aufgelegt worden: das Übereinkommen des Europarates zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung personenbezogener Daten („Konvention 108“). Das Übereinkommen wurde 2018 durch ein – noch nicht in Kraft getretenes – Änderungsprotokoll aktualisiert, um die darin verankerten Datenschutzgrundsätze an die neue Informations- und Kommunikationstechnik anzupassen und den Konventionsmechanismus zur Gewährleistung ihrer wirksamen Umsetzung zu stärken.

Anlässlich des Jahrestags dieses bahnbrechenden Vertrags erklärte die Generalsekretärin des Europarates, Marija Pejčinović Burić: „Durch die Schaffung eines gemeinsamen Rechtsraums, der heute 55 Vertragsstaaten umfasst, verfügt das Übereinkommen über weltweite Relevanz und ist zu einem der wichtigsten Instrumente geworden, um das Recht des Menschen auf Schutz seiner personenbezogenen Daten zu sichern. Die aktualisierte Konvention entspricht den neuen Fragestellungen im Bereich des weltweiten Schutzes personenbezogener Daten im Digitalzeitalter. Die Staaten sollten das Protokoll zur Modernisierung der Konvention 108 ratifizieren, damit es möglichst rasch in Kraft treten kann.“

Die Konvention 108 steht allen Ländern offen, weshalb sie das Potenzial hat, zu einer internationalen Norm zu werden. Im Jahr 1981 wurden darin die Grundsätze des Datenschutzes und heute noch gültige Regeln verankert. Da sie technikneutral formuliert ist, hat sie im Verlauf von vier Jahrzehnten nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Derzeit hat das Übereinkommen 55 Vertragsstaaten auf vier Kontinenten, 20 weitere Länder beteiligen sich an der Arbeit im Rahmen der Konvention. Zahlreiche Länder auf der ganzen Welt haben ihre innerstaatlichen Gesetze nach ihrem Vorbild angepasst. Die Konvention 108 diente auch als Grundlage der 1995 verabschiedeten Datenschutzrichtlinie der Europäischen Union, die 2018 durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) abgelöst wurde.


  Weitere Informationen zum Datenschutztag [EN]


 Pressemitteilung
Europäischer Datenschutztag: Generalsekretärin ruft zum Beitritt zur aktualisierten „Konvention 108+“ auf [EN]
 

Video des Forums zur „Konvention 108: Konvergenz und Expansion“ des Europarats auf der 11. internationalen Konferenz "Computer-, Privatleben-und Datenschutz“ (CDPC) [Januar 2018]

Leitfaden Leitfaden

Rechte von internetnutzern

Der Europarat hat eine Leitfaden für Internetnutzer herausgegeben, um ihnen ein besseres Verständnis für Ihre Menschenrechte im Internet zu vermitteln und zu erläutern, welche Maßnahmen sie ergreifen können, wenn ihre Rechte missachtet werden.

In der Regel können diese Rechte in den Bedingungen von Internetunternehmen nachgelesen werden. Allerdings handelt es sich dabei oft um langatmige Vertragsbedingungen, die selten gelesen und noch seltener vollkommen verstanden werden. Der Leitfaden enthält auch einen speziellen Abschnitt zu Privatsphäre und Datenschutz.

Handbuch Handbuch

Handbuch zum Europäischen Datenschutzrecht

Das Handbuch soll dazu dienen, das Bewusstsein für Datenschutz in der EU und den Mitgliedstaaten des Europarats zu stärken und Kenntnisse über diese Thematik zu verbessern, indem es als wichtiger Bezugspunkt für Leser dient. Das Handbuch richtet sich an Angehörige der Rechtsberufe, die nicht auf Datenschutz spezialisiert sind, sowie an Richter, nationale Datenschutzbehörden und andere Personen, die im Bereich des Datenschutzes tätig sind.

Videos Videos

Im Fokus des Kurzfilms: Die Gefahren für die Personen, die private Daten auf illegale Art und Weise erwerben wollen.

Datenschutztag Datenschutztag
Referenzseiten Referenzseiten
Referenztexte Referenztexte

Übereinkommen zum Datenschutz (Nr. 108)

Zusatzprotokoll betreffend die Aufsichtsbehörden und den grenzüberschreitenden Datenfluss (Nr. 181)