Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

Häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt zu und kennt keine geographischen Grenzen. Sie beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Hautfarbe und betrifft alle Arten familiärer Beziehungen und soziale Klassen. Statistiken zeigen, dass 12 % bis 15 % der Frauen in Europa jeden Tag Opfer häuslicher Gewalt sind. Sie ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit und muss bekämpft werden.

Seit 1990 fördert der Europarat aktiv den Schutz von Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt, unter anderem durch die Verabschiedung der Empfehlung Rec (2002) 5 zum Schutz von Frauen vor Gewalt sowie durch die europaweite Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen, einschließlich häuslicher Gewalt, in den Jahren 2006-2008.

Das neue Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ist das umfassendste internationale Abkommen, das sich die Bekämpfung dieser Art von Menschenrechtsverletzungen zum Ziel setzt. Mit der Maßgabe „null Toleranz für Gewalt“ leistet das Übereinkommen einen wichtigen Beitrag dazu, Europa ein Stück weit sicherer zu machen.

Die Eckpfeiler des Übereinkommens sind die Bereiche Gewaltprävention, Opferschutz sowie Strafverfolgung. Außerdem ruft es jeden einzelnen in der Gesellschaft dazu auf, seine/ihre Einstellung zum Thema Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu überdenken und strebt somit einen Bewusstseinswandel der Bürger, hauptsächlich der Männer und Jungen, an. Kurzum, das Übereinkommen ist ein erneuter Appell für mehr Gleichheit zwischen Mann und Frau, da Gewalt gegen Frauen auf der Ungleichstellung zwischen Frauen und Männern fußt und sich durch eine Kultur der Tolerierung und des Wegschauens fortsetzt.

2018 2018
Gewalt gegen Frauen zu beenden, bedeutet nicht, Traditionen und den Unterschied zwischen den Geschlechtern zu beseitigen
Europarat Straßburg 22. November 2018
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Widerlegung falscher Vorstellungen über das Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tags zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November widerlegt der Europarat eine Reihe falscher Vorstellungen über sein wegweisendes Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt („Istanbul-Konvention“).

In dem Übereinkommen ist eindeutig angegeben, worauf es abzielt; dennoch haben bestimmte religiöse und ultrakonservative Gruppen falsche Vorstellungen über die Istanbul-Konvention propagiert, besonders über den im Text enthaltenen Begriff des „sozialen Geschlechts“. Ein neues, heute veröffentlichtes Fragen-und-Antworten-Dokument greift diese Falschdarstellungen auf und widerlegt sie. Darin wird auch der Zweck des Übereinkommens unterstrichen: die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und der Schutz der Frauenrechte.

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Johanna Nelles, Mitarbeiterin des Europarates, erklärt, wie die Konvention funktioniert.

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