Das Ministerkomitee des Europarates hat am 26. September 2007 beschlossen, einen „Europäischen Tag gegen die Todesstrafe" einzuführen, der jedes Jahr am 10. Oktober begangen wird.

Der Europarat spielt eine Vorreiterrolle bei der Abschaffung der Todesstrafe und hat erreicht, dass es in Europa seit 1997 de facto keine Todesstrafe mehr gibt.

Der Tag ist ein europäischer Beitrag zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe, der jedes Jahr ebenfalls am 10. Oktober stattfindet. 

Gemeinsame Erklärung des Generalsekretärs des Europarates und der Hohen Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik

Straßburg, 09.10.2014 - „Am Europäischen und Internationalen Tag gegen die Todesstrafe haben die Europäische Union und der Europarat erneut ihre nachdrückliche und uneingeschränkte Ablehnung der Todesstrafe in allen Fällen und unter allen Umständen sowie ihre Entschlossenheit zu ihrer weltweiten Abschaffung erneut bekräftigt. Wir sind äußerst besorgt über Rückschritte in einigen Ländern, wie etwa Massenprozesse, die zu einer großen Zahl von Todesurteilen geführt haben, die Erweiterung des Anwendungsbereichs der Todesstrafe in der nationalen Gesetzgebung oder die Wiederaufnahme von Hinrichtungen nach einem Zeitraum von mehreren Jahren.

In den letzten 17 Jahren hat in unseren Mitgliedsstaaten keine Hinrichtung stattgefunden. Die Europäische Union und der Europarat begrüßen die Tatsache, dass mittlerweile alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die beiden Protokolle Nr. 6 und 13 zur Europäischen Menschenrechtskonvention ratifiziert haben und appellieren an alle anderen europäischen Staaten, die dies noch nicht getan haben, diese Instrumente zur Abschaffung der Todesstrafe zu unterzeichnen und zu ratifizieren.

Die Europäische Union und der Europarat bedauern zutiefst die jüngsten Hinrichtungen in Weißrussland, dem einzigen europäischen Land, das diese Form der Bestrafung anwendet. Sie fordern Weißrussland dringend auf, das Strafmaß der beiden übrigen 2013 zum Tode verurteilten Personen umzuwandeln und als ersten Schritt zur Abschaffung der Todesstrafe ein Moratorium für Hinrichtungen einzuführen.

Beide Organisationen begrüßen die jüngsten Schritte, die die Afrikanische Union zur Verabschiedung eines Zusatzprotokolls zur Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker zur Abschaffung der Todesstrafe unternommen hat. Außerdem bewerten sie positiv, dass aufgrund der jüngsten Ratifizierungen des Zweiten Fakultativprotokolls zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte vom 15. Dezember 1989, das die Abschaffung der Todesstrafe zum Ziel hat, die Zahl der Vertragsstaaten auf 81 gestiegen ist. Sie ermutigen alle Staaten, die dies noch nicht getan haben, dieses Protokoll anlässlich des 25. Jahrestags seiner Verabschiedung 2014 zu ratifizieren.

Die Europäische Union und der Europarat rufen alle Mitglieder der Vereinten Nationen dazu auf, die Resolution über ein Moratorium für die Anwendung der Todesstrafe zu unterstützen. Über diese wird bei der 69. Sitzung der UN-Generalversammlung im Dezember 2014 abgestimmt.“