Am Morgen des 27. Januar 1945 befanden sich im Konzentrationslager Auschwitz noch etwa 7000 Gefangene. Über eine Million Menschen kamen in diesem Lager ums Leben und es wird angenommen, dass insgesamt sechs Millionen Juden in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Der Europarat war die treibende Kraft hinter der Einführung eines Tages zum Gedenken an den Holocaust und zur Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Oktober 2002 beschlossen die Bildungsminister aus den Mitgliedsstaaten des Europarates die Einführung dieses Gedenktages. Während Deutschland und Frankreich den Tag am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, begehen, haben andere Länder je nach ihren jeweiligen historischen Erfahrungen ein anderes Datum gewählt.

Darüber hinaus unterstützt der Europarat Lehrer bei der Vorbereitung des Holocaust-Gedenktages, indem er Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt, um die Schüler für dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu sensibilisieren und das Thema Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erörtern. Dadurch soll die Prävention ebenso gefördert werden wie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter den Nationen, Ethnien und Religionen.

2022 2022
Europarat Strassburg 27. Januar 2022
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Memorial stone unveiled on 27th January 2005 on the forecourt of the Council of Europe

Memorial stone unveiled on 27th January 2005 on the forecourt of the Council of Europe

Am 77. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz begeht der Europarat den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.

Generalsekretärin Marija Pejčinović Burić ehrte jene, die ihr Leben verloren haben.

„Heute denken wir an die Schrecken des Holocausts. Dabei ist es wichtig, uns daran zu erinnern, wie das Grauen begann. Was zur Shoah wurde, begann nicht mit körperlichen Übergriffen. Es begann mit … hasserfüllten Worten, Verleumdung und Verschwörungstheorien auf dem Nährboden antijüdischer Stimmung, die in Teilen Europas bereits lange bestand.“

Im Namen der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) warnte Präsident Tiny Kox, dass Wachsamkeit nötig sei, um künftige Tragödien zu verhindern.

„Wir alle haben die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass dies nie wieder geschehen kann und wird. Viele der Überlebenden des Holocausts haben es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, der Welt zu erzählen, was sie erlebt haben. Und es ist umso wichtiger, damit fortzufahren, als der Antisemitismus nicht mit dem Zweiten Weltkrieg endete. Ausgehend von den dunklen Ecken des Internets nehmen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus heute erneut zu. Wir müssen jetzt dringend Maßnahmen ergreifen, um dagegen vorzugehen.“

In einer Video-Botschaft anlässlich des Gedenktags würdigte der französische Präsident Emmanuel Macron das Engagement der Generalsekretärin des Europarates und der Abgeordneten der Versammlung beim anhaltenden Kampf gegen Antisemitismus.

Das italienische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, das derzeit den wechselnden Vorsitz im Ministerkomitee innehat, erklärte: „Die Erinnerung an die Tragödie der Shoah muss uns in unseren fortwährenden Anstrengungen zum Aufbau immer inklusiverer und toleranterer Gesellschaften auf der Grundlage der vollständigen Achtung der Würde jedes Menschen leiten. Das Verständnis der Shoah und das Wissen darüber sowie die Bekämpfung jeglicher Form der Leugnung und Verzerrung dieser schrecklichen Tragödie sind unverzichtbare Elemente für die Bewahrung der Werte, auf denen die italienische Republik und das europäische Projekt gründen.“

Im Laufe des Tages werden führende Vertreterinnen und Vertreter des Europarates Kränze am Gedenkstein vor dem Palais de l’Europe niederlegen. Im Anschluss findet zu Beginn der Nachmittagssitzung der Parlamentarischen Versammlung eine besondere Veranstaltung statt.


Botschaften verschiedener Persönlichkeiten


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