Am Morgen des 27. Januar 1945 befanden sich im Konzentrationslager Auschwitz noch etwa 7000 Gefangene. Über eine Million Menschen kamen in diesem Lager ums Leben und es wird angenommen, dass insgesamt sechs Millionen Juden in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Der Europarat war die treibende Kraft hinter der Einführung eines Tages zum Gedenken an den Holocaust und zur Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Oktober 2002 beschlossen die Bildungsminister aus den Mitgliedsstaaten des Europarates die Einführung dieses Gedenktages. Während Deutschland und Frankreich den Tag am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, begehen, haben andere Länder je nach ihren jeweiligen historischen Erfahrungen ein anderes Datum gewählt.

Darüber hinaus unterstützt der Europarat Lehrer bei der Vorbereitung des Holocaust-Gedenktages, indem er Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt, um die Schüler für dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu sensibilisieren und das Thema Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erörtern. Dadurch soll die Prävention ebenso gefördert werden wie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter den Nationen, Ethnien und Religionen.

2020 2020
Generalsekretärin Straßburg 28. Januar 2020
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Veranstaltung des Europarates zum Holocaust-Gedenken

Die Generalsekretärin des Europarates, Marija Pejčinović Burić, hat im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau der Opfer des Holocausts gedacht. Rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden während des Zweiten Weltkriegs grausam ermordet, aber auch zahlreiche Roma und LGBTI-Personen. „All dieser Menschen gedenken wir heute, und wir denken an die verlorenen Generationen und den Beitrag, den sie zur europäischen Gesellschaft leisten hätten können. Wir gedenken aber auch, weil wir sicherstellen müssen, dass Derartiges nie wieder geschieht: Wir müssen alles unternehmen, um Hass und Vorurteile zu verhindern und zu bekämpfen, da sie Gewalt und Diskriminierung in sich tragen“, so die Generalsekretärin.

Die Präsidentin Georgiens, Salome Surabischwili, betonte im Gedenken an die Opfer, dass die Erinnerung an sie lebendig erhalten werden muss. Mit Stolz verwies sie darauf, dass keine georgischen Jüdinnen und Juden im Holocaust umkamen und im heutigen Georgien kein Antisemitismus zu beobachten sei.

Der neu gewählte Präsident der Parlamentarischen Versammlung, Rik Daems, dessen Großvater im belgischen Widerstand aktiv war und darum in einem Vernichtungslager ermordet wurde, unterstrich, dass das Gedenken an den Holocaust von entscheidender Bedeutung dafür sei, um der derzeit zunehmenden Intoleranz entgegentreten zu können: „Wenn Antisemitismus, Hassrede, Islamfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung und Angst vor dem anderen zunehmen, müssen wir uns unseres moralischen Kompasses besinnen – der Menschenwürde und Grundrechte, auf deren Grundlage sich die europäischen Nationen vor 75 Jahren versöhnten und vereinten.“

Im Rahmen der Veranstaltung sprachen zudem: Eli Lev, Botschafter Israels bei den internationalen Institutionen in Frankreich, Miranda Vuolasranta, Präsidentin des Europäischen Forums für Roma und Fahrende, und David Cupina, Präsident von „Les Oublié.e.s de la Mémoire – Association Civile Homosexuelle du Devoir de Mémoire“.