Am Morgen des 27. Januar 1945 befanden sich im Konzentrationslager Auschwitz noch etwa 7000 Gefangene. Über eine Million Menschen kamen in diesem Lager ums Leben und es wird angenommen, dass insgesamt sechs Millionen Juden in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Der Europarat war die treibende Kraft hinter der Einführung eines Tages zum Gedenken an den Holocaust und zur Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Oktober 2002 beschlossen die Bildungsminister aus den Mitgliedsstaaten des Europarates die Einführung dieses Gedenktages. Während Deutschland und Frankreich den Tag am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, begehen, haben andere Länder je nach ihren jeweiligen historischen Erfahrungen ein anderes Datum gewählt.

Darüber hinaus unterstützt der Europarat Lehrer bei der Vorbereitung des Holocaust-Gedenktages, indem er Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt, um die Schüler für dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu sensibilisieren und das Thema Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erörtern. Dadurch soll die Prävention ebenso gefördert werden wie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter den Nationen, Ethnien und Religionen.

2019 2019
Parlamentarische Versammlung Strasbourg 23. Januar 2019
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Feierliches Gedenken an den Holocaust

Der finnische Präsident, Sauli Niinistö, hat anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocausts an einer feierlichen Veranstaltung vor dem Hauptgebäude des Europarates in Straßburg teilgenommen.

In seiner Rede unterstrich Generalsekretär Thorbjørn Jagland die Bedeutung des Gedenkens an die Opfer, um eine Wiederholung der Gräueltaten, die das Leben von sechs Millionen Menschen forderten, zu verhindern.

Eli Lev, israelischer Botschafter bei den internationalen Organisationen in Frankreich, würdigte die Arbeit des Europarates, darunter seiner Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI), die Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpft, und die separaten Programme zur Wahrung und Förderung des Gedenkens an den Holocaust.

Miranda Vuolasranta, Präsidentin des Europäischen Forums der Roma und Fahrenden, nahm Bezug auf den Aufstieg rechtsextremer Parteien in ganz Europa und mahnte, dass die Veranstaltung nicht nur ein Gedenken an das, was sie als „das schlimmste Verbrechen in der Geschichte“ beschreibt, sei, sondern auch ein Weckruf im Hinblick auf das, was uns erwarten könnte, wenn wir nicht handeln, um das Wiederaufleben des Faschismus in Europa zu verhindern.

Die Präsidentin der Versammlung, Liliane Maury Pasquier, versprach, dass das Gedenken an den Holocaust weiterhin das Handeln des Europarates leiten würde, „insbesondere, weil in diesem Jahr der 70. Jahrestag der Gründung des Europarates begangen wird, einer Organisation, die aus den Ruinen des Zweiten Weltkriegs entstanden ist und die eine auch heute noch relevante Mission hat: die Verteidigung des Friedens, der Demokratie und der Achtung der Grundrechte, welche in Europa nach wie vor bedroht sind.“

David Cupina, der Präsident von Les « Oublié.e.s » de la Mémoire Association Civile Homosexuelle du Devoir de Mémoire, nahm ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil.

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