Die Gestaltung der sozialen Beziehungen und die Art und Weise, wie Informationen ausgetauscht werden, sich kollektive Meinungen bilden und Einfluss auf öffentliche Entscheidungen genommen wird, haben sich im 21. Jahrhundert grundlegend verändert. Dies ist insbesondere auf die neuen Informationstechnologien zurückzuführen, die neue Formen der sozialen Interaktion mit sich brachten.

In einigen Fällen existieren keine rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich mit den Risiken, den Folgen und den gesellschaftlichen Implikationen befassen, oder diese halten nicht mit den technischen Entwicklungen Schritt. Viele Technologien entwickeln sich unablässig weiter und führen zu Anwendungen, mit denen man unter Umständen nicht gerechnet hat. Sie sind mitunter schwer greifbar und werden daher möglicherweise von den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen nicht erfasst.

 Im Bereich der Biomedizin kann es rasch zu neuen technischen Entwicklungen kommen, was sowohl den Gesetzgeber als auch die Gesundheitsfachpersonen vor Herausforderungen stellt.

 Neue soziale Interaktionsplattformen können innerhalb von isolierten Gruppierungen zu einer stark polarisierenden Diskussion über Themen führen, die eine breitere und integrativere Betrachtung verdienen.

 Ohne die Förderung der öffentlichen Diskussion werden die Stimmen marginalisierter oder vulnerabler Gruppen möglicherweise nicht gehört oder gar ignoriert.

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Deutschland – Öffentliche Diskussion über Genomchirurgie (2019)

Die rasante Entwicklung in der Genomchirurgie mit CRISPR‐Cas9 wirft bedeutende ethische Fragen auf, die im Rahmen einer öffentlichen Diskussion anzugehen sind, und zwar sowohl zur Schaffung eines Bewusstseins wie auch zur Ermittlung der damit verbundenen Risiken und Vorteile. Deutschland ist eines der Länder, das eine breite öffentliche Diskussion zu diesem Thema in Gang gesetzt hat. Siehe dazu die 2019 lancierte deutsche Initiative «Genomchirurgie im gesellschaftlichen Diskurs».


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