
Rassismus und Intoleranz sind in den europäischen Gesellschaften immer stärker verwurzelt, da die Wirtschaftskrise den extremistischen Botschaften Bedeutung verleiht, warnt Europas führendes Anti-Rassismus-Organ heute. Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI), die die Lage in den 47 Mitgliedsstaaten überwacht, weist in ihrem jüngsten Jahresbericht darauf hin, dass Rassismus keine Randerscheinung mehr ist. Polittiker greifen zunehmend auf fremdenfeindliche und gegen Muslime gerichtete Argumente zurück und fordern Referenden, die auf Nicht-Bürger und religiöse Minderheiten abzielen. Laut dem Bericht „scheinen rechtliche Maßnahmen allein nicht auszureichen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Es muss noch mehr unternommen werden.“
„Die Untersuchungen der ECRI in allen europäischen Ländern zeigen eine besorgniserregende Zunahme des Rassismus. Regierungen müssen sich dieser Bedrohung bewusst werden, daran arbeiten, Gesetzgebung und Institutionen gegen Rassismus zu stärken und eine klare Botschaft aussenden, dass Fremdenfeindlichkeit in einer modernen Gesellschaft unter keinen Umständen toleriert werden darf“, erklärte der Vorsitzende der ECRI, Nils Muiznieks.