Comm DH / LGBTI

Menschenrechtskommissar des Europarates
21/06/2012
Stimmen gegen Homophobie zum Schweigen zu bringen, stellt eine Menschenrechtsverletzung dar
Nils Muižnieks

Straßburg, 21.06.2012 – Im Laufe der letzten Monate wurden in einigen Mitgliedsstaaten des Europarates erneut Anstrengungen unternommen, um die Stimmen, die sich gegen die Homophobie und Transphobie erheben, zum Schweigen zu bringen. Gesetze, die die Verbreitung von Informationen zu Fragen im Zusammenhang mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) verbieten, sind ein beunruhigender Rückschritt in eine längst vergangene Zeit, in der Homosexuelle wie Kriminelle behandelt wurden. Diese Anstrengungen zur Beschränkung der Meinungs- und Vereinigungsfreiheit läuft den europäischen und internationalen Menschenrechtsnormen völlig zuwider, erklärt Nils Muižnieks, Menschenrechtskommissar des Europarates, heute bei der Veröffentlichung eines neuen Menschenrechtskommentars.

Es wurden nicht nur die LGBTI-Aktivisten zu Zielscheiben, sondern auch diejenigen, die ihnen in ihrem Kampf um Gleichberechtigung ihre Solidarität bekunden sowie diejenigen, die versuchen, faktische Informationen über die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität zu verbreiten. (weiter...)