GRETA

Expertengruppe gegen Menschenhandel (GRETA)
31/01/2013
Experten des Europarates: Lettland muss mehr zur Prävention von Menschenhandel tun

Straßburg, 31.01.2013 - Die Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel, GRETA, hat davor gewarnt, dass die offiziellen Zahlen das wahre Ausmaß des Menschenhandels in Lettland unterschätzen könnten. GRETA forderte die lettischen Behörden darüber hinaus nachdrücklich auf, weitere Maßnahmen zur Prävention von Menschenhandel zu ergreifen, insbesondere mit Blick auf besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen.
 

In ihrem ersten Bericht über Lettland hebt GRETA mehrere wichtige Schritte hervor, die in den letzten Jahren erfolgt sind, darunter der Start von zwei nationalen Programmen gegen Menschenhandel sowie die Einrichtung eines Koordinators auf nationaler Ebene und einer interinstitutionellen Arbeitsgruppe. Die Zuweisung von Ressourcen zur Unterstützung der Opfer wurde ebenso gelobt wie die Zusammenarbeit mit NGOs und internationalen Organisationen.


Der Bericht stellt fest, dass Lettland vor allem ein Herkunftsland für Opfer des Menschenhandels ist, die zur sexuellen Ausbeutung nach Zypern, Deutschland, Irland und das Vereinigte Königreich gebracht werde. GRETA äußerte jedoch auch die Sorge, dass die offiziellen Zahlen das wahre Ausmaß des Problems unterschätzen, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Lettland über kein formelles System zur Identifizierung und angemessenen Unterstützung der Opfer verfügt.


Laut der unabhängigen Expertengruppe sollten die lettischen Behörden ihre Bemühungen zur Prävention von Menschenhandel bei besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen wie Kindern, die in staatlichen Einrichtungen oder benachteiligten Gebieten leben, verstärken.


GRETA stellte darüber hinaus fest, dass die Untersuchung von Straftaten in Zusammenhang mit Menschenhandel nur selten zu erfolgreichen Prozessen und wirksamen Sanktionen führen. Die Behörden werden in dem Bericht daher aufgefordert, die Verfahren zur Untersuchung und Strafverfolgung zu stärken, und die betroffenen Berufsgruppen, einschließlich Richter, Rechtsanwälte und Ermittler, für das Thema Menschenhandel zu sensibilisieren.


Die Konvention des Europarates gegen Menschenhandel trat 2008 in Lettland in Kraft. Der Bericht ist die erste Bewertung, inwieweit die Bestimmungen der Konvention umgesetzt wurden.

 

- Bericht

- Lettland im Europarat