
Straßburg, 26.06.2012 – Der isländische Finanzminister Steingrímur Sigfússon erklärte den Mitgliedern der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, dass „ein Ende des Tunnels“ in der derzeitigen Wirtschaftskrise abzusehen sei, da Island diese Krise bereits durchlebt habe und zwar nicht allein mithilfe einer Sparpolitik.
Zunächst beschrieb Steingrímur Sigfússon die Ereignisse, die im Jahr 2008 in Island zu einem vollständigen Finanzkollaps geführt hatten, wobei eine massive Abwertung der isländischen Krone und Arbeitslosenzahlen, die innerhalb von zwei Jahren praktisch von null auf 9 Prozent stiegen, zu beobachten waren. Mittlerweile sind das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung zurückgegangen, die Arbeitslosigkeit ist auf 6 Prozent gefallen und das Wachstum kehrt zurück. Die IWF-Darlehen können früher, als erwartet, zurückgezahlt werden.
Neben den Sparmaßnahmen - wie der Ausgabensenkung - hat Island sein progressives Steuersystem mit drei Steuersätzen ausgeweitet und die Kapitalertragssteuer sowie die Alkohol- und Tabaksteuer erhöht und sogar eine Vermögenssteuer eingeführt.
Finanzminister Sigfússon empfahl, sich bei der Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen das Hilfsprogramm so stark wie möglich „zu eigen zu machen“. Dem IWF wurde „bewusst, dass Island seine Situation ernst nahm“ und man beschloss, sich „unseren Bedürfnissen anzupassen, da wir das nordische Wohlfahrtsstaatssystem beibehalten wollten“.